Read Heleneland by Elsa Rieger Online

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Helene hat scheinbar alles, was eine junge Frau sich wnschen kann sie ist attraktiv, die Mnner liegen ihr zu Fen und ihr Vater macht sie gerade zur Geschftsfhrerin seines Miederwarenunternehmens.Trotzdem ist sie getrieben und einsam, strzt sich in wilde Fantasien und stt die Menschen, die sie lieben, vor den Kopf Warum, kann sie sich selbst nicht erklren Tief in sich sprt Helene, dass es eine Lcke, ein Familiengeheimnis gibt, das ihrem Glck im Weg steht.Vorschau auf Band 2 NiemandslandIch bin Noch Aber ich friere, und Angst ist da, verloren zu gehen im Niemandsland Ich wickle mich fester in den Morgenmantel, stelle den Kaffee auf.Es ist kalt in unserem Haus geworden Wieder kalt So, wie in meiner Kinderzeit Jetzt wieder ber mir kracht es Das Kind Das einzig Lebendige in diesen Mauern.Whrend ich Frhstck mache, Kaffee, Semmeln undsoweiter auf den Kchentisch stelle Desi muss zur Schule trampelt sie schon die Treppe herunter Meine Tochter schnappt sich eine trockene Semmel, murmelt Unverstndliches, rennt wieder nach oben in ihr Zimmer Ich hre Moritz anrollen, er kommt an den Kchentisch sein unverbindliches Lcheln, khl Und selten Noch seltener sieht er mich an, durch mich hindurch Ob er mich noch liebt Guten Morgen Er giet sich Kaffee ein, schmiert Honig auf seine Semmel, isst, trinkt Wartet Auf was Ja Um mich eine Eiswste Guten Morgen Pflichtschuldig.Die Tr im ersten Stock knallt zu Wie oft pro Tag Ich kann es nicht mehr zhlen Moritz sieht mich an, richtig an, die Braue zum strubbeligen Haaransatz hochgezogen Irgendwann rumpelt es, Desi fllt durch die Decke und sitzt am Tisch, von dem sie vor zwei Sekunden aufgesprungen ist Mein geliebter Mann zeigt ein Lcheln Es sieht fast warm aus Ein Hoffnungsschimmer Schon trollt sich Moritz Ich hre den Treppenlift, dann das Klavier Komponieren kann er noch Manchmal.Ich rume den Tisch ab, gehe nach oben ins Bad, denke unter der Dusche ber meine Tochter nach Die Protestaktionen ermden mich Desideria probt den Aufstand Im Februar, kurz nach ihrem sechzehnten Geburtstag, hat sie offenbar beschlossen, den Hhepunkt der Pubertt zu erreichen auf dem Groglockner.Im Musikzimmer ist es still, als ich aus dem Badezimmer komme Leise ffne ich die Tr einen Spalt Moritz liegt auf dem schmalen Bett, eigentlich ein Klappsofa, und starrt zur Decke Er verbringt die meisten Nchte hier statt in unserem Schlafzimmer Sagt, weil er so unruhig schlft, mich nicht stren mchte Als ob mich das nicht irritieren wrde, wenn er sich von mir abwendet Es wre jetzt Zeit fr Stiefmtterchen, aber ich setze keine mehr, seit meine Stiefmutter Margarethe sich in so einem Beet nach meiner Hochzeit das Leben genommen hat Mit Grausen sehe ich wieder das Bild vor mir Wie konnte sie nur die Kraft aufbringen, sich eine Heckenschere zwischen die Rippen zu rammen Dass Papa seine Liebe zu meiner Gebrerin niemals aufgegeben hatte, war Margarethes Untergang Ich beutle mich ab, hole aus der Werkzeughtte die Harke Es ist Ende April, nach den Eismnnern mchte ich dieses Jahr Radieschen setzen, Tomaten, grne Bohnen.Als ich beginne die Erde aufzulockern, kichert es in meinem Ohr, dann eine Liedzeile When I was younger, so much younger than today, I never needed anybodys help in any way ging es dir nicht ebenso, Helene, Se Ich wei, Nowhere Man mchte mir helfen mit der unbndigen Desi zurechtzukommen Das ist nicht dein Lied Stimmt Paul und John haben es aber damals zur selben Zeit geschrieben HELP passt doch, oder Ja Desi glaubt auch, sie braucht keinen, und ich fand in dem Alter die Erwachsenen ebenfalls nur bld.Helene , fragt meine Fantasie, bist du noch da ...

Title : Heleneland
Author :
Rating :
ISBN : B07B4FR9MJ
ISBN13 : -
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : -
Number of Pages : 285 Pages
File Size : 585 KB
Status : Available For Download
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Heleneland Reviews

  • Kristina
    2019-02-02 15:09

    Die Protagonistin flüchtet sich seit ihrer Kindheit immer wieder in ihre eigene Traumwelt, um ihr offensichtlich nicht ganz so leichtes Leben zu meistern. Das Buch hat mich sehr oft zum Nachdenken angeregt, besonders die Situation mit Helenes Tochter kommt so athentisch rüber. Es stimmt nachdenklich, in welchem Umfang sich eigene Kindheitsmuster und eine fortwährende Identitätskrise auf die nächste Generation übertragen können, denn auch die pubertierende Tochter wird harten Prüfungen unterworfen und Partner haben es auch nicht leicht mit der Helene.

  • Hexe
    2019-01-25 06:46

    Am Anfang fand ich das Ganze etwas verwirrend, vor allem die Sprünge zwischen Fantasie und Wirklichkeit aber nach einer Weile konnte ich die Geschichte doch verfolgen. Sehr schön, spannend und fesselnd geschrieben.

  • D.W. Crusius
    2019-01-29 07:13

    Elsa Rieger verlangt dem Leser einiges ab, was ich positiv meine. Die Zeitsprünge folgen so dicht aufeinander, der Wechsel zwischen Fantasie und Realität, dass man anfangs Helene für völlig durchgeknallt hält.Wäre da nicht die Zeit, in der das alles spielt, die Flower-Power-Ära, der Beatles-Song „Nowhere Man“, eine Zeit, welche die Älteren unter uns als große Befreiung in Erinnerung haben, obwohl sie vielleicht gar nicht so befreiend war. Ich habe mich blitzschnell zurückversetzt in jene Jahre, was heute einfach ist, den Song findet man im Internet.Helenes ermüdender Tagesablauf ist nicht Flower-Power, sondern Unterwäsche, die sie anfangs nur nähen darf, bis ihr Vater sie für fähig hält, mehr in seiner Firma zu sein - Verkäuferin für die selbst gefertigten Dessous und Einkäuferin für Stoffe.Damit entlässt der Vater sie in die Freiheit und sie will davon heftig Gebrauch machen, begibt sich auf die Suche nach sich selbst und nach Mister Right. Was sich als nicht so ganz einfach herausstellt, denn Helene hält sich für wenig anziehend, was beinahe zwangsläufig zur Folge haben muss, dass sie immer wieder an den Falschen gerät.Da ist ein Messerwerfer in London, der in Wahrheit noch etwas viel Schlimmeres ist, der Student, den sie in eine Ratte verwandelt, damit er ihr nichts Böses antun kann und noch ein paar nur anfangs angenehme Zeitgenossen. Weil sie glaubt, den passenden Gefährten nicht in der Heimat zu finden, geht sie auf Reisen bis nach Marokko, gerät – ganz logisch – an einen Wüstenprinzen, der aber auch nicht so funktioniert, wie das nach ihrem geträumten Wunschkatalog eigentlich sein sollte.Bis sie erfährt, dass ihre Mutter eine feurige Spanierin ist und sie meint, dass das eigentlich alles erklärt. Das tut es dann doch nicht, führt zu weiteren Verwicklungen und Frustrationen. Immerhin, sie erkennt endlich den Unterschied zwischen ihren Fantastereien und der Wirklichkeit.Man verliert sich in Helenes Fantasien und Wünschen, wird mitgenommen auf die Reise und auch als Mann erinnert man sich, dass das Leben eigentlich eine einzige große Suche ist.Wunderbar zu lesen!

  • Enya K.
    2019-02-20 14:49

    „Atemlos durch die Nacht“ oder „schlaflos im Heleneland“ – so kam ich mir beim Lesen vor. Konnte ich nach dem ersten Teil noch eine Pause einlegen, war mir das später nicht mehr möglich.„… sie dürfen bleiben, wie auch die Wirklichkeit“. Diese letzten Worte von Elsas großartigem Roman spiegeln genau das, was dieser bei mir hinterlassen hat: Auch nach einiger Zeit Abstand bin ich immer wieder gefangen von Helenes Fantasien und ihrer Wirklichkeit.Helene schneidert Dessous in der Wäschefabrik ihres Vaters. Ein eintöniger Alltag, der einen so kapriziösen Menschen wie sie nicht zufriedenstellen kann. Sie fühlt sich wie in einem „Niemandsland“. Da ist es nicht erstaunlich, dass gerade der „Nowhere Man“ sie auf der Suche nach Liebe und Anerkennung begleitet.Eine Protagonistin, der man sich sofort auf unterschiedliche Weisen verbunden fühlt, sie zurechtweisen möchte oder auch in den Arm nehmen – aber auch ein Mensch, der Fragen aufwirft. Ist es nicht so, dass wir uns eine eigene Wirklichkeit aufbauen, die sich durchaus von der äußeren Realität unterscheiden kann?Durch die rasant fortschreitende Handlung, die eingestreuten Rückblenden und Helenes Fantasien fügen sich Puzzleteilchen aneinander, das Gesamtbild wird größer, doch immer scheinen noch Teile zu fehlen. Der Spannungsbogen ist hoch, gönnt dem Leser keine Pausen, fesselt …Selbst tief hineingetaucht in Helenes Fantasien bleibt für mich zunächst die Frage: Was bewegt einen Menschen über die Kindheit hinaus diese zum Teil entlastenden, aber auch drückenden Fantasien aufrechtzuerhalten? Sie zuweilen hinzunehmen wie Müdigkeit, Hunger, Langeweile oder Erlebensdurst?Schrittweise führt uns die Autorin zur Wahrheit, dass ein tief verborgenes Wissen aus Helenes Kindheit verdrängt werden musste, aber immer da war. Fast ein wenig Überlebensstrategie.Für Helene – immer hin- und hergerissen zwischen Loslösung/Erwachsenwerden und dem gleichzeitigen Kampf um Papas Liebe – entschlüsselt sich dieses verborgene Wissen schrittweise. Ich als Leserin werde an die Hand genommen, Helene hierbei zu begleiten.Das Tempo des Romans lässt einen nicht zur Ruhe kommen, aber will man das überhaupt?Wie gut, dass Helenes Lebensgeschwindigkeit doch durch die Begegnung mit Moritz und den daraus resultierenden Veränderungen dem Leser ein wenig Atemholen gönnt. Bei ihm glaubt sie, die wahre Liebe gefunden zu haben, vorerst. Sogar die Fantasien geben Ruhe, doch nur solange sich Helene seiner Liebe sicher fühlt. Immer wiederkehrende Zweifel zeigen: Ihr Hunger nach Liebe ist nicht gestillt, die Unsicherheit nicht bewältigt. Man fragt sich: Liebt sie sich eigentlich selbst?Erst am Ende hat sie ihre Wirklichkeit gefunden/entdeckt. Sie muss sich nicht für das eine oder andere entscheiden: Fantasie oder Realität. Menschen, die sie lieben und die auch sie liebt haben in ihrem Heleneland genauso Platz wie ihre fantastischen Begleiter.Inhaltlich möchte ich nichts weiter anmerken, man muss es selbst lesen.Sehr schön hat Elsa auch die anderen Figuren gezeichnet, angefangen bei Papa über Margarethe, Mercedes, Yaya, ihre Freundinnen bis hin zu Helenes Liebhabern.Helene selbst bietet durch ihre Widersprüchlichkeit, ihre Entwicklungen sicher manche Projektionsfläche für eigene Wünsche, Gedanken.Dennoch hat sie nichts, aber auch gar nichts von einem Prototypen. Sie bleibt Helene, auch in ihrer Zerrissenheit sich immer treu.Kunstvoll vermischt die Autorin ihren Stoff von Realem und Unwirklich Anmutendem.Erwähnen möchte ich noch Elsas wunderbare Sprache. Sie schafft es, auch mit knappen Mitteln großes Kopfkino zu erzeugen. Mit manchmal nur einem Wort entschlüsselt sich dem Leser eine komplette Szene.Auch wenn ich nun doch einige Worte gefunden habe, mit Helene bin ich noch nicht fertig, sie wird mich noch lange begleiten.Großartig, Elsa!