Read Macht der Kapitalismus depressiv?: Über seelische Gesundheit und Krankheit in modernen Gesellschaften by Martin Dornes Online

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Burn Out, Erschpfung, ADHS, Depression Macht uns der Kapitalismus krank Natrlich, denkt man sofort, wer denn sonst Aber stimmt das berhaupt Werden wir durch die tgliche Ausbeutung auf der Arbeit immer krnker Der renommierte Soziologe und Psychologe Martin Dornes geht in seinem Buch Macht der Kapitalismus depressiv ber seelische Gesundheit und Krankheit in modernen Gesellschaften dieser Frage auf den Grund Er hat zahlreiche Studien gesichtet, Daten verglichen, Fachliteratur gelesen und kann nun eine Antwort geben und die hat es in sich Wer das gewohnte Denken verlassen mchte, wer aufklrerische Kritik schtzt und wer seine Vorurteile berprfen mchte, der wird an diesem Buch nicht vorbeikommen Eine wichtige Studie ber eine der zentralen Fragen unserer Gesellschaft, eine Streitschrift, die zur Debatte anregt....

Title : Macht der Kapitalismus depressiv?: Über seelische Gesundheit und Krankheit in modernen Gesellschaften
Author :
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ISBN : B017JJ8O9S
ISBN13 : -
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : FISCHER E Books Auflage 1 27 April 2016
Number of Pages : 102 Pages
File Size : 992 KB
Status : Available For Download
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Macht der Kapitalismus depressiv?: Über seelische Gesundheit und Krankheit in modernen Gesellschaften Reviews

  • Amazon Kunde
    2018-12-26 17:58

    Ich schreibe wohl aus der Sicht eines verbitterten Sozialwissenschaftsstudenten (wie Dornes selbst betiteln würde), der auf der Suche nach bestätigenden Zahlen für seine Thesen auf Gegenargumente trifft. Trotz dessen liest sich Dornes Buch sehr tendenziös und hat den bitteren Beigeschmack von einer neoliberalen Klatschbibel, die mit Zahlen und Provokationen um sich wirft. Dabei werden mysteriöse Thesen aufgestellt, die durch vermeintliche Statistiken belegt werden. Man sollte das Buch mit Vorsicht genießen und das Thema durch andere Literatur ergänzen.

  • Vincent Neumann
    2019-01-18 19:50

    Dornes legt ein relativ schmales aber mit prallem Quellenverzeichnis ausgestattetes Werk vor, das vielen, die der Meinung sind, dass früher "irgendwie alles besser war" und die "kalte Ellenbogengesellschaft schuld sei" an dem verstärkten Auftreten von psychischen Störungen, insbesondere Depressionen, den Wind aus den Segeln nehmen dürfte. Diese (wissenschaftlich nicht haltbare) Behauptung widerlegt Dornes mehrfach u.a. mit verschiedensten Studien (das gesamte Buch dreht sich mehr oder weniger um Studien, Metaanalysen und methodische Kritik an diesen), widmet sich dabei auch Randphänomenen wie "Burn-Out bei Kindern".Man muss anmerken, dass sich Dornes sich mit kapitalistischen Ländern allgemein und teilweise auch Deutschland im Fokus beschäftigt. Weitere Indikatoren wie Suizidalität, Alkoholkonsum und Lebenszufriedenheit werden ebenfalls herbeigezogen.Dornes teilt die Auffassung mit der Wissenschaft (viele epidemiologische Studien, Bundesgesundheitssurveys usw werden zitiert), dass die Prozentzahl an Erkrankten konstant bleibt, jedoch die Diagnostikinstrumente zur Erfassung von psychischen Störungen verbessert wurden (und sich auch teilweise die Diagnosekriterien stark veränderten!), die Bereitschaft von psychisch hilfsbedürftigen, sich Hilfe zu suchen gestiegen ist, das Versorgungsnetz ausgebaut wurde und die Stigmatisierung abgenommen hat. Mit anderen Worten: Es sind immer noch genau so viele psychisch krank wie vor 50 Jahren, aber es suchen sich nun mehr Betroffene Hilfe.Ein Extrakapitel wird der "Vergangenheitsverklärung" gewidmet, was mit vielen Mythen von damals aufräumt ("Früher war der Mann arbeiten und die Frau blieb zuhause!" usw).Man kann die Auffassung von Dornes teilen oder nicht, einen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass der Kapitalismus wirklich "krank" macht, gibt es nicht. Der eine oder andere kann jetzt argumentieren "Jahaa! Aber bei mir auf Arbeit siehts ganz anders aus! Is doch alles nur Wissenschaftsfaselei hier!!". Mit was wollen wir solche Phänomene wie psychische Störungen, Lebenszufriedenheit usw sonst messen, als mit wissenschaftlichen Studien, Befragungen und epidemiologischen Studien? Dass es natürlich immer schwierige Arbeitsplätze usw geben wird steht außer Frage. Das ist aber auch nicht Thema des Buches sondern ein Blick auf die Gesamtsituation. Und die ist, was die Versorgung von psychisch kranken angeht, wie uns die meisten Studien in und um Deutschland mitteilen, um ein vielfaches besser als vor 50 oder 100 Jahren.Vier Sterne, weil es sich stellenweise schon arg wie ein Querverzeichnis liest :)

  • Dr. Wolf-Detlef Rost
    2019-01-01 15:44

    Seit die 1968-er Bewegung nicht nur den Marxismus, sondern auch Sigmund Freud und Wilhelm Reich rezipierte und wieder populär machte, gehört es zum Selbstverständnis von Psychotherapeuten und insbesondere Psychoanalytikern, sich als gesellschaftskritisch zu verstehen und im Kapitalismus, besonders aber im Neo-Liberalismus, die Ursache für ein scheinbar zunehmendes psychisches Elend zu sehen. Jedoch: hat dieses wirklich zugenommen? Gibt es tatsächlich mehr Depressionen, Suizide, ADHS oder andere psychische Krankheiten als früher? Oder entsteht dieser Eindruck nicht vielmehr dadurch, daß wir heute viel mehr Psychotherapeuten haben, ein viel umfassenderes psychosoziales Netz, veränderte und verfeinerte Diagnosekriterien und eine viel höhere Sensibilität als früher aufweisen?In einer umfangreichen Literatur- und Faktenanalyse räumt Dornes mit beliebten Vorurteilen auf, widerlegt die jahrtausendealte, schon auf phönizischen Steintafeln verewigte Klage, daß früher alles besser gewesen sei. Wir diagnostizieren anders und differenzierter als noch vor einigen Jahrzehnten, schauen viel genauer hin bezüglich psychischen Leidens - aber mehr ist dieses keineswegs geworden, ganz im Gegenteil. Dornes belegt, daß wir trotz mancher Fehlentwicklungen heute nicht nur eine bessere psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung, sondern auch insgesamt bessere soziale und gesellschaftliche Bedingungen haben als etwa in der Nachkriegszeit. Anstatt in ein allgemeines und zu nichts führendes Klagen über die gesellschaftlichen Verhältnisse einzustimmen, sollten auch die Psychotherapeuten an deren weiterer Verbesserung arbeiten.In dieser Hinsicht hat das Buch von Martin Dornes nicht nur einen informativen und auklärerischen, sondern auch einenzukunftsweisenden Charakter.