Read Meine Mission in Russland by George William Buchanan Online

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Kaum ein anderer Diplomat stand dem russischen Zar Nikolas II so nahe wie der Brite George William Buchanan, der dem Untergang der russischen Aristokratie nicht nur beiwohnte, sondern ihn hatte kommen sehen und am Ende gerade so mit dem Leben davonkam Buchanan war bereits als Botschafter in Berlin, den Niederlanden und Japan gewesen, bevor er im Auftrag seiner Majest t 1910 nach Russland entsandt wurde Als Attach kn pfte er dort bald engen Kontakt sowohl zum Hof des Zaren als auch zu den liberalen Reformern und Querdenkern Russlands Er war beteiligt an den Bem hungen der britischen Regierung, den ersten Weltkrieg mit diplomatischen Mitteln zu verhindern Buchanan blieb w hrend des Ersten Weltkrieges in Russland Am zw lften Januar 1917 trat er in einer letzten Audienz vor den Zaren, um diesen in deutlichen Worten, vor dem geplanten Umsturz zu warnen und zu Reform seines autokratischen Systems zu bewegen Wenn ich einen Freund durch einen Wald irren s he, in einer d steren Nacht auf einem Pfad, von dem ich wei , dass er zu einem Abgrund f hrt, w re es dann nicht meine Aufgabe, Herr, ihn vor dieser Gefahr zu warnen Und w re es nicht gleicherma en meine Aufgabe Eure Majest t vor diesem H llenschlund zu warnen, der vor Euch liegt Herr, gelangt Ihr bald dorthin, wo der Weg sich teilt, so m sst Ihr Euch f r einen der beiden Pfade entscheiden Einer wird Euch zu Sieg und glorreichem Frieden f hren der andere in Revolution und Desaster Lasst mich Eure Majest t anflehen, ersteren zu gehen....

Title : Meine Mission in Russland
Author :
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ISBN : 3958291406
ISBN13 : 978-3958291409
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : Steidl GmbH Co OHG 7 M rz 2018
Number of Pages : 100 Pages
File Size : 978 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Meine Mission in Russland Reviews

  • J. Fromholzer
    2018-11-18 06:57

    Der britische Diplomat George William Buchanan, der u.a. von 1910 bis 1918 britischer Botschafter in St. Petersburg war, hat seine Lebenserinnerungen 1923 geschrieben; schon im Jahr 1926 gab es davon eine deutsche Übersetzung, die bei einem Berliner Verlag erschienen ist. Aus dem Englischen übersetzt wurde das Buch damals von Else Baronin Werkmann. Diese Übersetzung von Buchanans Memoiren ist nun neu bei Steidl erschienen. Es ist gut, dass man dieses Buch nicht neu übersetzt hat. Die Übersetzung aus dem Jahr 1926 hat einen ruhigen, eleganten Tonfall, zeitlos. Hätte man diesen Text neu übersetzt, wäre das vermutlich verloren gegangen (im Rahmen einer sogenannten Aktualisierung des Tonfalls). Buchanans eigener Tonfall ist zu jeder Zeit diplomatisch, entspannt, niemals aufgeregt, selbst in den allerschwierigsten Situationen nicht. Das erwartet man von einem Diplomaten. Viele der genannten Politiker, gerade aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, kennt man heute nicht mehr. Und vermutlich kennen die wenigsten all die kleinen und größeren Vorläufer-Krisen im südöstlichen Europa, die in den Jahren zwischen 1900 und 1914 die Diplomatie beanspruchten. Hat man sich auf diese Welt der damaligen Zeit eingelassen, ist man sogleich mittendrin im Weltgeschehen. Der thematische Schwerpunkt der Autobiographie von Buchanan sind die Jahre in St. Petersburg (die auch Auszüge aus seinen Tagebüchern beinhalten). Das Buch beginnt aber ganz am Anfang seiner diplomatischen Laufbahn."12. November (1917). Die Telefonzentrale wurde gestern von einer aus Soldaten, Arbeitern und Matrosen zusammengesetzten Streitmacht, doch nicht ohne Verluste auf beiden Seiten, zurückerobert. Detachements mit Feldgeschützen umstellten dann die verschiedenen Militärschulen und verlangten bedingungslose Übergabe. Man erzählt sich, dass bei einer ernster Widerstand geleistet worden sei und die Verluste 200 Mann überschritten hätten. Mehrere Kadetten seien vom obersten Stockwerk aus dem Fenster geworfen worden. Um Zehn Uhr abends waren die Bolschewiken wieder im Besitz der ganzen Stadt", Seiten 389 - 390. Buchanans diplomatische Welt war fast immer bestens abgeschottet (so vermittelt es zumindest sein Text), jedoch am Ende, bei der Revolution in Russland, kommen die Einschläge auch für die Diplomaten bedenklich nahe. "Am Ende kam er gerade so mit dem Leben davon", ist im Klappentext des Buchs zu lesen. So ist es auch.(J. Fromholzer )