Read James Tiptree Jr. - Das Doppelleben der Alice B. Sheldon by Julie Phillips Online

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Tiptrees geheimnisvolle Identit t faszinierte die Fans und gab Anlass zu vielen Spekulationen, freilich glaubten alle, sie sei ein Mann Die Aufdeckung noch zu Lebzeiten war ein Schlag Diese knappen, harten und frechen Kurzgeschichten, die nur allzu h ufig mit dem Tod endeten, waren von einer alten Dame mit wei en Federl ckchen geschrieben worden Alice Bradley Sheldon, die mit 51 Jahren erste Erz hlungen unter dem m nnlichen Pseudonym James Tiptree Jr ver ffentlichte und schnell zu Ruhm kam, hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ein ungew hnliches und dichtes Leben hinter sich Als bildh bsche, intelligente und verw hnte Tochter einer oberen Mittelschichtfamilie aus Chicago verbringt sie gro e Teile ihrer Kindheit in Afrika, wird Malerin und Kunstkritikerin und ist im 2 Weltkrieg in der US Armee t tig Sie arbeitet f r die CIA, bewirtschaftet eine H hnerfarm, promoviert in Psychologie.Die amerikanische Journalistin Julie Phillips erz hlt die spannende Biografie einer faszinierenden Pers nlichkeit Es wird die komplexe und tragische Geschichte einer Frau geschildert, die ein halbes Jahrhundert zu fr h geboren wurde immerfort im Schatten der erfolgreichen Mutter, fr he dysfunktionale Ehe, ein tiefgr ndiges Unbehagen ber die eigene, vor allem sexuelle Identit t und das damit einhergehende Gef hl der Isolation langfristige Amphetaminabh ngigkeit und Depressionen Nach einem vorab geschlossenen Selbstmordpakt erschie t Sheldon im Alter von 71 Jahren erst ihren Mann und dann sich selbst....

Title : James Tiptree Jr. - Das Doppelleben der Alice B. Sheldon
Author :
Rating :
ISBN : 3902711051
ISBN13 : 978-3902711052
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : Septime Verlag Auflage 1., 1 M rz 2013
Number of Pages : 205 Pages
File Size : 769 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

James Tiptree Jr. - Das Doppelleben der Alice B. Sheldon Reviews

  • Timo Brandt
    2019-02-11 14:11

    „Aber hinter jeder Fassade einer Alice, die »Haltung« besaß und sich anpasste, existierte eine andere Alice, die ahnte, dass das alles Schwindel war, und die sich danach sehnte, zu fliehen. Sie sagte einmal, sie habe in seelischen Krisen »eine große Schwäche für die simple Lösung – den einen, drastischen Befreiungsschlag.«“Bis heute trägt ein Science-Fiction & Fantasy-Preis ihren Namen; ein Preis, verliehen für ein Werk, welches die Geschlechterrollen untersucht und auf diesem Gebiet zu neuen Bereichen und Erkenntnissen vorstößt. Sehr passend, trägt der Preis doch nicht ihren wirklichen Namen, sondern den ihres männlichen Pseudonyms: James Tiptree Jr. (abstammend von einer Marmeladenmarke, auf die das Auge der Autorin zufällig beim Einkaufen fiel, kurz bevor sie ihre ersten Geschichten aussandte).Alice B. Sheldon, wie sie eigentlich hieß, hatte bereits ein bewegtes Leben hinters ich, als ihre Geschichten erstmals unter dem Namen Tiptree erschienen und bald schon zahlreiche Preise und Ehrungen abräumen sollten.Sie war aufgewachsen in einer wohlhabenden Familie, mit sehr liberalen Eltern. Ihre Mutter war durch Reiseberichte zu einer kurzzeitig wohlbekannten Schriftstellerin geworden. Mit ihren Eltern bereiste sie Afrika und Europa, versuchte sich zunächst als bildende Künstlerin, schrieb immer wieder nebenher und arbeitete schließlich lange für die US-amerikanischen Nachrichtendienste, u.a. auch für die nach dem 2. Weltkrieg gegründete Central Intelligence Agency, kurz: CIA. Nach einem Psychologiestudium fand sie erst spät und auf Umwegen zu dem Genre, dass sie in kleinen Teilen revolutionieren und entscheidend weiterdenken sollte: Science Fiction.Julie Philipps minutiöse Biographie ist eine Mammutleistung, eine bestechend-umfassendes Lebensschau, auf allen Gefühlseben und in jedem Lebensabschnitt. Die Autorin versteht es, Alice Existenz sensibel zu sezieren und vor allem ihr Innenleben hervorragend einzufangen. Sie zeigt ihre enorme Eigenwilligkeit und ihre Stärke, verschweigt aber nicht ihr Hadern und die (vor allem gegen Ende) schwierigen Lebensumstände. Es gibt Passagen, die geradezu aufwühlend sind und manchmal fließt der Text auch dahin als läse man keine Biographie, sondern die Erzählung eines erdachten Lebens; spannend und gut inszeniert.Die (vor allem männliche, auf jeden Fall männlich dominierte) Sci-Fi-Community dachte nicht einmal daran, dass James Tiptree Jr. jemand anders als ein Mann sein könnte und so rühmten sie seine Meisterschaft im Bereich des männlichen Erzählens – es wurde als zusätzliche Errungenschaft gepriesen, dass es hier einem Mann sogar gelungen war, sehr glaubhafte Frauenfiguren zu erschaffen.Ob Alice B. Sheldon unter ihrem eigenen Namen solche Lobeshymnen empfangen hätte? Wohl nicht zu Lebzeiten. Doch bei ihren Erzählungen, die man nur empfehlen kann, weiß zum Glück heute jeder, dass sie von einer Frau verfasst wurden. Bei Werken aus früheren Epochen hätten Zeitgenossen und Nachfolger diesen Umstand möglicherweise verschwiegen und vertuscht.In jedem Fall: wunderbar, dass der Septime Verlag nicht nur das Werk von Sheldon/Tiptree Jr. neu aufgelegt und editiert hat, sondern auch diese Biographie. Sie ist kein Muss für Fans der Storys, aber ein großartiges Werk, wenn einen die Erzählungen und ihre Autorin faszinieren.

  • Hannes Riffel
    2019-02-01 09:10

    Ich habe diese Biographie vor ein paar Jahren im Original gelesen und war hellauf begeistert: Eine so gründliche und spannende Lebensschilderung ist mir noch selten untergekommen. In die deutsche Ausgabe habe ich in meiner Kreuzberger SF-Stammbuchhandlung genauer reingeschaut, und sie ist erwartungsgemäß sehr sorgfältig gearbeitet. Gratuliere - was der Verlag hier für diese Autorin leistet, ist (nicht zum ersten Mal) großartig. Für SF-Leser ist dieses Buch ebenso ein Genuss wie für FreundInnen starker Frauenbiographien (bzw. von Biographien starker Frauen) ...