Read Verbrannte Erde: Kein Krieg wie im Westen: Wehrmacht und Sowjetarmee im Russlandkrieg 1941-1945 by Dirk W. Oetting Online

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Der Krieg im OstenDer Autor wendet sich damit gegen einseitige Bewertungen, pauschale Verurteilungen und Vereinfachungen seitens der zeitgen ssischen Historiographie und Milit rgeschichtsschreibung Der Krieg zwischen Deutschland und der Sowjetunion war kein Krieg, in denen der gegnerische Soldat zumindest als Kamerad anerkannt wurde, wie dies durchg ngig noch im Ersten Weltkrieg der Fall gewesen war und wie dies zumindest im Kampf gegen die westlichen Alliierten ber lange Zeit das Leitbild war An der Ostfront gab es keinen Gentlemen s War , wie sie etwa die Geschichtsschreibung ber den Kampf zwischen Rommel und Montgomery beschreibt Es war ein Kampf, in denen auf beiden Seiten die Regeln des zivilisierten Krieges von Anfang an in Frage standen Im Gegensatz zum allgemeinen Trend ordnet der Autor das Thema konsequent in den Gesamtzusammenhang des Krieges gegen die Sowjetarmee ein Er vergleicht beide Armeen und ihr Verhalten unter den Aspekten Ideologisierung, Bindung an das Kriegsv lkerrecht, Weisungen der F hrung, Verhalten der Truppe, Eskalation der Gewalt, Taktik der verbrannten Erde , Partisanenkrieg, Behandlung der Kriegsgefangenen und Verhalten gegen ber der Bev lkerung Aus dem Inhalt Kein Krieg wie im Westen Die Wehrmacht und der Krieg gegen die Sowjetunion Die Spirale der Gewalt Zum Verhalten der sowjetischen F hrung und der Roten Armee An den Toren zur H lle Realit ten des Partisanenkriegs in der Sowjetunion Schlecht behandelt und verhungert Das Schicksal der Kriegsgefangenen auf deutscher und sowjetischer Seite Im Irrgarten Der Umgang mit Zahlen, Daten und Fakten...

Title : Verbrannte Erde: Kein Krieg wie im Westen: Wehrmacht und Sowjetarmee im Russlandkrieg 1941-1945
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ISBN : 9783902475985
ISBN13 : 978-3902475985
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : ARES Verlag 1 Juli 2011
Number of Pages : 506 Pages
File Size : 981 KB
Status : Available For Download
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Verbrannte Erde: Kein Krieg wie im Westen: Wehrmacht und Sowjetarmee im Russlandkrieg 1941-1945 Reviews

  • Godettix
    2019-03-02 12:57

    Der Autor, kein "professioneller" Historiker, aber als früherer hoher Offizier der Bundeswehr sicher für dieses Thema kompetent, unternimmt eine durchdachte und bemerkenswerte Gratwanderung zwischen Geschichtsrevisionismus und einer sehr lesenswerten alternativen Sicht des Zweiten Weltkriegs im Osten. Stand in den letzten zwanzig Jahren die Sicht dieses Konflikts notwendigerweise unter der Maxime des Begriffs "Vernichtungskrieg", so bringt Oetting an vielen Stellen bedenkenswerte Argumente, warum dieser Konflikt in einem größeren Umfang anders war als bisherige Konflikte. Ohne die deutsche Verantwortung zu schmälern, was ihn sehr wohltuend von den sonstigen revisionistischen Autoren abhebt, verdienen viele seiner Argumente eine fundierte Würdigung. Das Buch ist als Ausgangspunkt einer Historisierung dieses Konflikts ein wichtiger Beitrag.

  • Rostiger Nagel
    2019-03-16 15:00

    Die "Eruption der Gewalt" des Krieges im Osten wird immer den deutschen Soldaten angelastet. Fundiert und überzeugend legt Dirk W. Oetting dar, dass die sowjetische Gesellschaft durch die bereits fast zwei Jahrzehnte andauernde Dauerrevolution der Bolschewisten extrem brutalisiert war. Ein anderer Blickwinkel, sehr lesenswert.

  • Rudolf Franz
    2019-03-24 11:55

    Das Buch hat mich tief bewegt ! Wieviel Leid und Trähnen dieser sinn-und hirnlose Krieg auf russischer,wie deutscher Seitezeitigte,ist den nachfolgenden Generationen nicht bewusst;Sogar unverständlich suspekt ?!

  • Cerberus
    2019-03-06 15:04

    Dieses Buch ist für Interessierte sehr zu empfehlen. Es ist leider etwas anstrengend zu lesen, daher "nur" 4 Sterne. Ehrliche Wiedergabe der Geschichte.

  • Thomas Dunskus
    2019-02-24 17:10

    Bogdan Musial schreibt in seinem Buch "Konterrevolutionäre Elemente sind zu erschießen", dass die deutschen Truppen kurz nach Beginn des deutschen Einmarschs in die Sowjetunion, bei der Einnahme Lembergs im dortigen Gefängnis 7000 Leichen vorfanden, die von der bolschewistischen Polizei vor der Aufgabe der Stadt erschossen worden waren. Darunter waren auch deutsche Kriegsgefangene.Norman Davies sagt in seinem Buch "No simple Victory", dass die sowjetischen politischen Kommissare und ihre Helfer, im Laufe des Krieges etwa 200 000 Rotarmisten hinter der Front erschossen, weil sie dem deutschen Druck nicht standgehalten und zurückgewichen waren.Aus diesen beiden Vignetten kann man ersehen, dass der deutsch-sowjetische Krieg mit anderen Maßstäben zu messen ist, als andere europäische Konflikte. Der Autor des Buches "Verbrannte Erde", Dirk W. Oetting, promovierter Jurist und Offizier der Bundeswehr, hat es unternommen, solche Maßstäbe zu erarbeiten und mit ihnen den Krieg im Osten neu zu bewerten.Für den Autor ist der wichtigste Punkt für die Betrachtung dieses Krieges der Entschluss Stalins, den unvermeidlichen Rückzug in den ersten Kriegsjahren mit einer totalen Zerstörung der aufgegebenen Gebiete zu begleiten und so das Prinzip der "Verbrannten Erde" anzuwenden. Damit sollten die deutschen Truppen aller Möglichkeiten der Versorgung oder der Behausung beraubt werden - dass die gleichen Schwierigkeiten auch die an Ort und Stelle verbliebene Zivilbevölkerung trafen, war dem sowjetischen Diktator gleichgültig. Eine solche Praxis passte fugenlos zur Niederwerfung der widerspenstigen Bewohner der Ukraine in den dreißiger Jahren; damals mussten Millionen Menschen verhungern, weil sie die menschenverachtenden Ziele des Bolschewismus nicht akzeptieren wollten.Das Buch wendet sich gegen die seit 1945 und der Niederlage des Deutschen Reiches übliche Sichtweise, nämlich - wie schon im sog. Nürnberger Prozess - ausschließlich die von Deutschen begangenen Untaten als sträflich anzusehen, die Verbrechen der Siegerstaaten jedoch ausdrücklich beiseite zu schieben. Selbst die Gegner des NS-Regimes, die ja in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg immer zahlreicher geworden sind, müssten eigentlich einsehen, dass auf einer solchen Basis kein guter Neubeginn möglich ist. Es sind in der Geschichte der Menschheit immer wieder absolut kriminelle Staatsmänner aufgetreten, die großes Unhei über die Völker in ihrem Bereich brachten. Will man das verhindern, genügt es nicht, die Schuldigen mit Schmutz zu bewerfen, sondern man muss vor allem analysieren, wie sie an die Macht gekommen sind und welche Umstände ihren Aufstieg begünstigt und ihre Untaten möglich gemacht haben. Aus diesem Grunde ist ein Blick auf den 2. Weltkrieg, insbesondere den Krieg im Osten, vom Standpunkt eines neutral agierenden Juristen aus der einzig mögliche Weg.Bei der Behandlung seines schwierigen Themas schildert der Autor im Detail die komplexen politischen und sozialen Verhältnisse, unter denen der Krieg im Osten geführt wurde. Dabei stellt er klar heraus, dass die von der zurückweichenden Roten Armee zurückgelassene Landschaft nicht nur eine verbrannte Erde war, sondern dass sich von Anfang eine Kampfart ausbildete, die man in den Kriegen der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts als "terroristisch" bezeichnete, nämlich der gezielte Partisanenkampf mit allen verfügbaren Mitteln.Die Gebiete hinter der deutschen Front waren, wie häufig übersehen wird, sehr vielfältig strukturiert, weil diese Gebiete eine sehr komplizierte Geschichte aufwiesen. Sie wurden von Volksgruppen - Polen, Weißrussen, Juden, Ukrainern u.v.a. - bewohnt, die sich historisch, weltanschaulich und religiös durchaus unterschieden, den Bolschewismus z.T. ablehnten und häufig auch mit einander verfeindet waren.Die Partisanen als echter vierter Arm der Roten Armee kämpften daher nicht nur gegen die deutschen Eindringlinge, sondern z.T. auch direkt gegen andere örtliche Gegner; vor allem bemühten sie sich, mit allen Mitteln, die Bildung einer auch nur irgendwie gearteten örtlichen Verwaltungsstruktur zu sabotieren, wobei Morde als einfaches Mittel an der Tagesordnung waren. Gleichzeitig bekämpften sich die diversen lokalen Gruppen gegenseitig, manchmal mit deutscher Unterstürzung, manchmal gegen die Deutschen. Ein wesentlicher Aspekt der Partisanentätigkeit war nicht nur die "Unsichtbarkeit" der Kämpfer, sondern auch die Verwendung deutscher, ungarischer oder anderer Uniformen bei der Durchführung von Terrorakten - wodurch natürlich die spätere Beurteilung solcher Fälle, etwa durch Fotografien, zusätzlich erschwert wird.Die Schwierigkeiten der deutschen Wehrmacht, unter solchen Umständen einen herkömmlichen Krieg zu führen, wie man dies in Westeuropa nach dem Dreißigjährigen Krieg immer angestrebt hatte, liegen auf der Hand, zumal das traditionell ausgerichtete deutsche Offizierskorps mit den politischen Zielen der NS-Führung und den damit verbundenen Terroraktionen im Hinterland im allgemeinen nicht einverstanden war. Der Autor ist weit davon entfernt, die Wehrmacht von allen Schandtaten freizusprechen und erwähnt immer wieder entsprechende Fälle. Es geht ihm auch gar nicht darum, irgendwelche Untaten gegeneinander aufzurechnen, sondern aufzudecken, wie sich die Dinge entwickelt haben. Er unterstreicht jedoch, dass die Spirale der Gewalt sich aus der von Anfang an auf Gewalt ruhenden sowjetischen Kriegsführung entwickeln musste und dass die vorgebliche Akzeptierung der HLKO durch den Kreml eine politische Lüge war, die dann durch die Ereignisse hinter der Front klar aufgedeckt wurde.Er macht der deutschen Führung den Vorwurf, aus Gründen weltanschaulicher Verblendung die Verhältnisse in der SU nicht verstanden zu haben, auf diese Art des Krieges nicht vorbereitet gewesen zu sein und nicht von Anfang an die Bereitschaft vieler Bewohner zu einer Unterstützung des Reiches erkannt zu haben. Diese Haltung brachte in den Anfangsjahren den Tod vieler sowjetischer Gefangener und vieler Zivilisten mit sich, bis man dann - zu spät - auf die positiven Möglichkeiten dieser Menschenmassen einging.In Bezug auf das Schicksal von Gefangenen beider Seiten bringt das Buch sehr viele interessante Einzelheiten und Anmerkungen, etwa hinsichtlich des zahlenmäßigen Verhältnisses von Gefangenen, Vermissten und Toten und der sich aus diesen Zahlen ergebenden Schlüsse über die Behandlung von Gefangenen in den ersten Stunden und Tagen ihrer Gefangenschaft.Zusätzlich zu der Behandlung der Kriegsereignisse an und hinter der Ostfront (und einer kurzen Beschreibung des Kriegsverlaufes durch Heinz Magenheimer) befasst sich das Buch auch noch mit zwei weiteren Punkten, die mit dem Kriegsgeschehen in Zusammenhang stehen, nämlich den beiden Ausstellungen über die "Verbrechen der Wehrmacht" in Deutschland Ende der 90er Jahre und den Fragen des totalen Bombenkrieges, wie dieser von alliierter Seite gegen das Deutsche Reich geführt wurde.Der Autor zeigt auf, dass vor allem die erste der beiden Wehrmachtsausstellungen in ihren wesentlichen Aspekten keine echte historische Aufarbeitung des Themas war, sondern eine propagandistisch angelegte politische Kampagne; man fragt sich mit dem Autor, was damit bezweckt wurde, abgesehen von einer Schwächung des Wir-Gefühls der Deutschen und einer damit Hand in Hand gehenden Schwächung Mitteleuropas, die sich durchaus noch sehr negativ auswirken kann.Das dem alliierten Bombenkrieg gewidmete Kapitel räumt mit einer ganzen Reihe auch heute noch gerne verwendeter, aber unzutreffender Argumente auf - etwa dass der totale Bombenkrieg gegen die deutsche Zivilbevölkerung eine direkte Folge deutscher Angriffe auf Gernika, Rotterdam, Warschau oder gar Coventry war. Dieser Teil schildert die unterschiedliche strategische Betrachtung des Luftkriegs auf britischer und deutscher Seite, die sich von Anfang an und ganz klar aus der materiellen Ausrüstung der jeweiligen Luftstreitkräfte ablesen lässt: in Großbritannien konzentrierte man sich auf viermotorige Bomber für einen strategischen Einsatz weit hinter der Front, Deutschland baute taktische ein- und zweimotorige Maschinen zur Unterstützung der Bodentruppen und zur Bekämpfung punktueller Ziele. Zwei Tage nach Churchills Ernennung zum Premierminister, am 12. Mai 1940, bombardierte die RAF Mönchengladbach und bald darauf andere deutsche Städte; berliner und westdeutsche Schulen wurden im Sommer 1940 nach Osten evakuiert. Die deutschen Angriffe auf britische Ziele ("The Blitz") begannen vier Monate später und Coventry wurde überhaupt erst im Oktober 1940 Ziel deutscher Bomber.Churchill stand voll hinter dem Einsatz großer Bomberflotten gegen das Deutsche Reich, hatte er doch schon im Sommer 1940 erklärt, er werde Deutschland zu einer Wüste machen, was dann späer auch fast gelang. Der britische Historiker und Philosoph Grayling hat dafür das Wort "Kulturozid" geprägt. Dieser erbarmugslose Krieg gegen deutsche Frauen und Kinder hat ohne Zweifel auch Veränderungen in den Köpfen ihrer in Feindesland kämpfenden Männer und Väter hervorgerufen. Letztlich wird mit einer solchen Ausweitung der Kampfhandlungen die vom Kriegsvölkerrecht gezogene Grenze zwischen Kombattanten und Zivilisten aufgehoben und ein Zustand wie in der Steinzeit herbeigeführt.Man ist dem Autor sehr dankbar für sein ohne Zorn und Eifer erstelltes juristisches Urteil über jene schrecklichen Zeiten.P.S. Warum in den Kopfzeilen der Amazon-Präsentation zwar Dirk Oetting als Autor benannt wird, bei der Produktbeschreibung aber von Herrn Magenheimer als Verfasser die Rede ist, kann man sich nicht gut erklären.Zusatz, 19.9.12: Mit was für Problemen zu kämpfen ist, wenn man sich einen Überblick über die damalige Situation, etwa in der Ukraine, verschaffen will, zeigt dieser Artikel der "Welt":[...] die URL steht in den Anmerkungen.Es wird noch lange dauern bis man Lüge und Wahrheit wirklich erkennen kann.Zusatz, 3. Mai 2015In dem sehr empfehlenswerten Wikipedia-Eintrag zum Zweiten Burenkrieg gibt es einen Abschnitt über die Phase des Guerillakrieges der von britischen Truppen bedrängten Buren; diese Phase ist zwar nicht zahlenmäßig, wohl aber in ihren allgemeinen Aspekten mit den Partisanenkämpfen in der SU während des 2. WKs durchaus vergleichbar:"Guerillakrieg und "verbrannte Erde"Nun aber änderten die Buren ihre Taktik und gingen zu einem für die Briten äußerst verlustreichen Guerillakrieg über. Unter ihrem Anführer, General Christiaan De Wet, kämpften sie noch volle zwei Jahre lang weiter. In kleinen Trupps führten sie Überraschungsangriffe durch – zumeist auf die Nachrichtenverbindungen, Nachschub- und Verkehrswege der Briten –, um sich dann rasch zurückzuziehen.Da ein so operierender Gegner auf konventionelle Weise kaum zu fassen war, wandte Kitchener eine Strategie der „verbrannten Erde“ an: Die Farmen in den Guerillagebieten wurden zerstört und die Ernten vernichtet, um den Gegner auszuhungern. Rund 120.000 Farmbewohner, vor allem Frauen und Kinder, wurden in Konzentrationslagern interniert. Davon starben über 26.000 aufgrund katastrophaler Lebensbedingungen an Hunger und Krankheiten.…Darüber hinaus schränkte Kitchener die Bewegungsfreiheit der burischen Guerilla immer weiter ein. Dazu legte er zunächst entlang der Bahnstrecken und schließlich über das ganze Land ein System von Blockhäusern an, die mit kleinen Garnisonen belegt waren.Zum Zeitpunkt des Friedensschlusses standen 250.000 (von insgesamt 450.000 eingesetzten) britischen Soldaten rund 30.000 Kämpfer auf Seiten der Buren gegenüber."Die Deutschen konnten also im 2. WK in Bezug auf den von der SU bewusst praktizierten Einsatz von Partisanen auf vorhandene Modelle zurückgreifen.

  • Ulrich C. Kleyser
    2019-03-25 19:53

    Es spricht für ein Buch und seinen Autor, wenn es gerade bei strittiger Diskussion eine Neuauflage erfährt.Oetting ist es gelungen, sein Buch zu überarbeiten, sprachlich stringenter zu gestalten und jüngere Forschungserbebnisse (z.B. Musial oder Marina Sorokina)einzuarbeiten. Rein formal lassen sich die Erweiterung von Quellenauswahl und Nutzung der Sekundärliteratur hervorheben; ein Namensregister erleichtert die Zuordnungen und der Einsatz von Bildern zeigt deren informative wie manipulierende Macht.Die Eigenständigkeit des Exkurses über den Bombenkrieg ist ein Gewinn,und verbindet sich mit der geglückten Titeländerung und der neuen Zuordnung der Fragen nach dem Umgang mit Zahlen und Fakten. Oetting gelingt es, den schwierigen Grad zwischen Aufrechnung oder Relativierung und historisch notwendiger Differenzierung erfolgreich zu bewältigen. Hierbei geht er nicht mit den Quellen,sondern am Beispiel des BA-MA oder des ASK mit dem wissenschaftlichen Umgang mit diesen Quellen kritisch ins Gericht.Die fundierte Auseinandersetzung mit Bartov oder Felix Römer gehört in diesen Kontext. Wichtig wird die verstärkte Herausstellung historischer Bezüge, die über die reine Kriegszeit von 1941 bis 1945 hinausgehen. Deutlich wird auch die Schwierigkeit in der Spirale und Verflechtung von Aktion und Reraktion mit ihren oft fatalen Wechselwirkungen den eigentlichen Verursacher herauszukristallisieren. Der angesprochene Bombenkrieg dient hierbei als gutes Beispiel.Insgesamt ist das Buch durch seine deutliche Hervorhebung einzelner Verbrechen der Wehrmacht keine Exkulpierung der Wehrmachtführung, aber ein verdienstvolles Zurechtrücken mancher Einseitigkeit und Verallgemeinerung in Darstellungen und Urteilen.Der Umgang mit dem Kommissarbefehl ist hierzu ein gutes Beispiel So beklagt er zu Recht eine jüngere Geschichtswissenschaft, die zwar generell zu Vergleichen und Vergleichbarkeit - auch bei zuweilem nicht Vergleichbarem - auffordert, aber im Fall des Ostfeldzugs jede Vegleichbarkeit vehement verneint.Insgesamt gelingt es Oetting neben der Schilderung von Abläufen eines von allen Seiten brutal geführten Krieges, Differenzierungen in den vielschichtigen militärischen Handlungsweisen zwischen Vorsatz, Fahrlässigkeit, Versagen, Tolerierung, Pflichterfüllung und Verantwortung ,aber auch Widerstehen begründet herauszuarbeiten. Damit vermittelt er ein differnziertes Bild auch eigener Schuld aber mit der Entkräftung eines kollektiven Fehlverhaltens.Damit regt Oetting an, festgefahrene Kausalketten nach ihrem historischen Gehalt zu hinterfragen.