Read Kruzifix und Holocaust: Über die erfolgreichste Gewaltdarstellung der Weltgeschichte by Konrad Riggenmann Online

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ber den Autor und weitere MitwirkendeKonrad Riggenmann wurde 1952 in Bayerisch Schwaben geboren Studium der Philosophie und katholischen Theologie, Germanistik und Erziehungswissenschaften 2001 Promotion in P dagogik und Psychologie ber John Deweys P dagogik und ihre Rezeption in Brasilien Autor einer Reihe viel gespielter Jugend und Amateurtheaterst cke Lehrer an Grund und Hauptschulen Seit 1995 prozessiert er gegen den Freistaat Bayern wegen seiner Missachtung des Karlsruher Kruzifix Urteils....

Title : Kruzifix und Holocaust: Über die erfolgreichste Gewaltdarstellung der Weltgeschichte
Author :
Rating :
ISBN : 3885208059
ISBN13 : 978-3885208051
Format Type : Kindle Edition
Language : Deutsch
Publisher : Espresso Verlag 1 Februar 2002
Number of Pages : 448 Seiten
File Size : 680 KB
Status : Available For Download
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Kruzifix und Holocaust: Über die erfolgreichste Gewaltdarstellung der Weltgeschichte Reviews

  • Deli Alman
    2019-03-12 11:32

    Ja, das stört die frommen Gemüter auf. Dabei ist nur sehr wenigen Christen bewusst, was für eine Verzerrung ihre eigene Religion dadurch erfährt, dass der Gekreuzigte in den Mittelpunkt der christlichen Bilderwelt gerückt worden ist, dass er zum Logo der ganzen Religion wurde, ob sie sich nun freundlich gesinnt waren oder untereinander Fehden austrugen. Aber diese Bruderkämpfe waren ja nicht das Schlimmste. Sondern das war die über tausend Jahre lange Drangsalierung, Verfolgung, Demütigung und Ermordung von Juden seit dem Mittelalter. Der Autor dieses Buches beweist minuziös und schlüssig, dass die Darstellung des leidenden Christus, vor allem, wenn seine Persönlichkeitsbeschreibung von Kindheitsepisoden flankiert wird, den Gläubigen aus Mitgefühl mit dem Gefolterten seinerseit zu blutiger Rache aufruft, zu Rache an den vermeintlich Schuldigen, die vollkommen fälschlich beschuldigt wurden, waren sie doch der römischen Besatzung untertan und selber Leidende. Es waren frühchristliche Bestrebungen, sich selber in den Augen der Großmacht Rom von dem Verdacht reinzuwaschen, sie hätten mit den Aufrührern eine Verbindung. Es waren Paulus und seine Nachfolger, die den politischen Drehsprung fertigbrachten, einen Juden als ihren geistlichen Anführer zu verehren und ihn zugleich von seiner eigenen Tradition zu isolieren. Nach dem verzweifelten letzten Widerstand in Massada war Opportunismus die einzige Lösung für Jesu Anhänger, wollten sie nicht ebenfalls als Juden identifiziert werden und unter römischen Druck geraten. Die christlichen Dogmen verdanken ihre Existenz zum großen Teil dieser politischen Notlage, zum anderen der Vermischung mit späthellenistischen und ägyptischen Elementen auf den großen Jahrmärkten der Kulte in dieser Zeit.Aus dieser geistlichen Notlage, den logischen Brüchen in der christlichen Lehre, half es scheinbar heraus, wenn man ein Feindbild formte. Es waren die inzwischen an vielen Orten Europas angesiedelten Nachfahren der Juden in der Diaspora, der Überlebenden der Auseinandersetzung mit Rom. Und nachdem das Feindbild erst einmal formuliert war, konnten die Juden in keiner Weise diesem Stigma entkommen; man glaubte, was man glauben wollte. So ausweglos wie die Hexenprozesse, in denen Schuldspruch und Unschuldsfindung gleichermaßen mit dem Tod endeten, zynischerweise als Rettung der Seele verherrlicht, genauso konnte ein beschuldigter Jude nicht entkommen, denn man bewies mit allen Mitteln seine Schuld.In diesem Buch wird -- meines Wissens zum ersten Mal in dieser Konsequenz -- entlang am Bild des Gekreuzigten der Nachweis geführt, wie schädlich diese Ikone für die Gesellschaft ist, wie sehr sie die Quelle für anderthalb Jahrtausende der Grausamkeit wurde.Der Autor musste für diese gut bewiesene These Schmähungen und Drohbriefe über sich ergehen lassen -- es ging bis zu Morddrohungen. Sind das nicht die letzten, die aktuellsten und ultimativen Beweise für die Richtigkeit seiner Ausführungen?Dieses Buch ist in der Tat keine leichte Kost. Sich mit der Grausamkeit der mittelalterlichen Folterjustiz zu beschäftigen ist nicht angenehm, aber es ist leider eine notwendige Kur, um zu verstehen, welches Potential von Hassgefühlen und Irrtümern sich in der Nachfolge des Gekreuzigten zusammengeballt hat. Nur so wird verständlich, zu welcher Apotheose der Vernichtung dies im Hitlerreich geführt hat, welche alten Bilder die Triebfeder für seinen Feldzug gegen die jüdische Bevölkerung waren. Das Muster ist immer das gleiche, das Tausendjährige Reich war schon tausend Jahre lang da, bevor er kam.Welche Konsequenz können Sie als Christ aus diesen Erkenntnissen ziehen? Gut, Sie können sich ihnen verschließen und den Autor hassen. Sie können sich aber auch fragen, ob Christentum nicht doch Christentum bleibt, wenn Sie z.B. den Auferstandenen in den Mittelpunkt der Bilderwelt stellen, wie es ein paar Verständige innerhalb der Christenheit schon vorgeschlagen haben. Die Fakten des Todes bleiben Fakten, man muss sie nicht unter den Tisch fallen lassen, aber mit der Verzerrung der Proportionen bezüglich der Darstellung, mit der Einführung anderer Prioritäten könnte die Verzerrung der christlichen Lehre geheilt werden. Das wäre zum Guten für unsere Kultur, für uns, die wir die Grausamkeiten nicht nur der jüngeren Vergangenheit aufzuarbeiten haben. Es wäre auch zum Guten für das Verständnis der Kultur, aus der Jesus stammte. Es wäre wichtig für das Verständnis, dass Jesus nichts anderes dachte und wollte als die Menschen, die in der Geschichte Europas bestenfalls als "sündig und verstockt" dargestellt wurden. Selbst heute noch gibt es Christen, die glauben, die jüdische Lehre sei die unterlegene, die zu überwindende Lehre. Die Christenheit muss in einigen Punkten radikal umdenken, wenn sie ihren Glauben in die Zukunft retten will. Und dieses Buch ist schon mal ein sehr guter Anfang für das Umdenken.

  • Andreas P. Rauch
    2019-03-10 06:41

    Was in anderen Ländern und unter Historikern längst ein Gemeinplatz ist, wird in Deutschland noch allzu gerne verdrängt: Der Holocaust hat eine lange Vorgeschichte, und die Wurzeln des Antisemitismus liegen - im Christentum.Detailliert weist Riggenmann nach, wie die christlichen Kirchen von der Antike an gegen Juden hetzten. Zentral war dabei die "Passionsgeschichte", also die Kreuzigung Jesu von Nazareth, bei der den Juden schnell eine Schlüsselrolle zugeschrieben wurde. Aus der angeblichen Selbstverfluchung, die die Bibel "überlieferte", wurde das Recht zur Diskriminierung, Zwangsbekehrung und Verfolgung der Juden durch Christen abgeleitet.Riggenmann zufolge fördert die Konfrontation mit dem Kruzifix bei Kindern das Mitleid mit dem Gequälten und damit die Wut auf die angeblichen Verursacher des Leids, die Juden. Mit teils gewagter psychologischer Spekulation, aber auch mit vielen historischen Belegen und eigenen (Volksschullehrer-)Erfahrungen zieht der Autor eine Verbindung zwischen dieser Darstellung eines Gewaltopfers und der Verfolgung der angeblich kollektiv Verantwortlichen, die in Pogromen und letztlich im Holocaust gipfelten.Ein wichtiges, allein schon aufgrund der Menge der bearbeiteten Quellen beeindruckendes Buch.

  • Engelhardt
    2019-03-02 10:24

    Da hat Herr Riggenmann seine Kindheits- Jugend-und junger Erwachsenenerfahrung in der katholischen Kirche( war schon mit 6 Jahren Ministrant, später Ordensschüler, Aktivist der Katholischen Landjugend,.., Theologiestudent im Priesterseminar. Kirchenaustritt mit 26) durch dieses Haßbuch massiv verarbeitet!Christentum hat, und das begreifen auch Muslime, eben wegen solcher Bücher, nicht, nichts aber auch gar nichts mit der Institution Kirche zu tun!!! Dieses Buch sollte gerade wegen seiner Zitate klipp und klar zwischen Kirche und Christentum unterscheiden können, das aber geht nicht bei jemandem, der von einer Kirche schon im Kindesalter geprägt war, die die gotteslästerliche Vermessenheit besitzt ihr Oberhaupt den "Stellvertreter Christi auf Erden" zu nennen und der es erst vor wenigen Jahren "gelang" über ihren eigenen Schatten zu springen und sich den Juden resp. Israel anzunähern!!!Seit vielen, vielen Jahren sind es gerade die Christen, die sich an die Bibel halten(als Fundamentalisten beschimpft)die klar und deutlich eben deshalb wissen, daß das Neue Testament in keinster Weise ein antijüdisches Buch ist!!!Dieses Buch von Herrn Riggenmann ist von daher eine historische Ungereimtheit in sich selber!!!