Read Die Krise des Zionismus und die Ein-Staat-Lösung: Zur Zukunft eines demokratischen Palästinas by Petra Wild Online

die-krise-des-zionismus-und-die-ein-staat-lsung-zur-zukunft-eines-demokratischen-palstinas

Glaubt man den offiziellen Verlautbarungen der israelischen Politik, dann scheint es nur eine L sung f r Pal stina zu geben die Zwei Staaten L sung Doch diese Option war von Jerusalem nie ernst gemeint.In der ersten H lfte des Buches zeigt die Berliner Publizistin Petra Wild, wie die Dynamik des zionistischen Siedlerkolonialismus und der andauernde Kampf der Pal stinenser zu einer fortschreitenden Erosion des Zionismus f hren Dabei geht es um entstehende Risse im Konsens der j disch israelischen Bev lkerung, das Scheitern Israels als regional dominierende Milit rmacht, das Schwinden einer j dischen Bev lkerungsmehrheit, die zunehmende Abwendung der Diaspora Juden aus den USA und Europa vom zionistischen Projekt und die immer st rker werdende internationale Kampagne zum Boykott von israelischen Produkten Letztere umfasst auch Sanktionsma nahmen und zielt auf die Delegitimierung des Zionismus....

Title : Die Krise des Zionismus und die Ein-Staat-Lösung: Zur Zukunft eines demokratischen Palästinas
Author :
Rating :
ISBN : 9783853713860
ISBN13 : 978-3853713860
Format Type : Kindle Edition
Language : Deutsch
Publisher : Promedia 3 M rz 2015
Number of Pages : 256 Seiten
File Size : 891 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Die Krise des Zionismus und die Ein-Staat-Lösung: Zur Zukunft eines demokratischen Palästinas Reviews

  • ODorf
    2019-02-17 16:08

    Wie schon Shlomo Sand, Norman Finkelstein und andere räumt Petra Wild mit Vorurteilen über Israel auf.Sie zeigt mit einer Vielzahl als Belegen u Beweisen auf, was innerhalb und außerhalb der "Grüne Linie" an rassistischer (zionistischer) bzw. faschistoiden Politik gelaufen ist und immer noch, ja Monat für Monat, passiert. Frau Wild greift dabei auf sehr gut dokumentierte, rassistische Ereignisse in den illegal besetzten Gebieten (Westbank, Golan, ..) auf, die von NGO u UNO-Organisationen im Internet immer häufiger publiziert werden (btselem, ochaopt, icahd, imeu, u.v.a.m.).Warum hat die UNO schon 1975 den Zionismus als "eine Form des Rassismus" gewertet? Die Gründe und Ereignisse dazu beschreibt Frau Wild wissenschaftlich sehr detailliert. Ihre Akribie wird da nur von Shlomo Sand oder Moshe Zuckermann übertroffen.Neu wird für viele sein, daß Zionisten (rassistische Ideologie; säkular) nicht immer Juden sind, sondern auch evangelikale Christen (vulgo: Bibelforscher) sind, die laut ihrer Religion, alle Juden zum Christentum bekehren wollen. Erstaunlich.Neu wird für viele sein, daß zwischen 1880-1920 (lange vor Hitler!) aus Europa 4,1 Mio. Juden ausgewandert sind; allerdings davon rund 4,0 Mio. nach USA und keine 25.000 nach Palästina. Zionisten waren (1920 weniger als 2%) und sind innerhalb der Juden eine sehr laute, aggressive Minderheit.Neu war für mich: Nachdem im Zionismus Juden mehr Rechte haben, als Nichtjuden (siehe Israel = innerhalb der Grünen Linie) existiert in Israel keine Demokratie wie bei uns, sondern eine (zionistische) Ethnokratie. Bei uns in Europa od. in USA/Kanada haben Juden und Nichtjuden gleiche Rechte - in Israel nicht (jew-only-Straßen, hunderttausende jew-only-Neubauwohnungen (settlements), jew-only-Studienplätze, ...)Neu war für mich: außerhalb der "Grünen Linie" (besetzte Gebiete wie Westbank, Gaza, Golan ...) sind zionistische Siedler fleißig und hochsubventioniert dabei, 'auf fremden Grund und Boden' Siedlungen und damit zigtausende Neubauwohnungen zu errichten, die jew-only sind!Neu war für mich: Außerhalb der "Grünen Linie" hat Israel laut Völkerrecht *kein* Existenzrecht, weil es sich um illegal besetzte Gebiete handelt. Zionisten (rassistische Siedlerideologie) wie die "Siedlerpartei" Bait Yehudi ignorieren rund 70 UNO-Resolutionen und gehen mit größter Brutalität vor. Schön, daß der rassistische sowie rechtsradikale Zionismus am absteigenden Ast ist. Warum, das zeigt Frau Wild gut auf.Fazit: Von Frau Wild kann man da viel lernen, was von dpa/apa/reuters meistens nur als 'Lücken' verbreitet wird. Wenn USA, Europa (insbesondere Deutschland) in Israel eine Demokratie haben will, dann muß wohl auch dort der (zionistische) Rechtsextremismus verurteilt werden; so wie es jvp, jstreet, codepink, jcall, bds-movement, apn, peaceNow, ... tun.

  • Dr. Ludwig Watzal
    2019-02-22 08:03

    Der Osloer Friedensprozess hat das Recht auf Rückkehr und das Recht auf Selbstbestimmung für die Palästinenser erledigt. Die von der internationalen Staatengemeinschaft favorisierte Zwei-Staaten-Lösung an der Seite Israels ist ein Wunschtraum geblieben. "Alles deutet darauf hin, dass es überhaupt keine Lösung der Palästina-Frage geben wird, solange der Zionismus weiter besteht", schreibt Petra Wild, Islamwissenschaftlerin und freie Journalistin.Das Buch gliedert sich in zwei Teile. Im ersten werden Themen wie der Oslo-Prozess, der zionistische Siedlerkolonialismus, die Risse im zionistischen Konsens infolge der zweiten Intifada, der Libanonkrieg und die Gaza-Massaker, die zum Verlust des Mythos der Unbesiegbarkeit Israels beigetragen haben, die demographische Krise und der Verlust einer israelisch-jüdischen Mehrheit auf dem Gebiet des historischen Palästina sowie die allmähliche Abkehr der US-amerikanischen und der europäischen Judenheit von Israel behandelt.Mit dem so genannten liberalen Zionismus geht die Autor hart ins Gericht. Der liberale Zionismus sei dem Untergang geweiht, da seine Vertreter sich zwischen zionistischen und liberalen Positionen entscheiden müssen, da beide nicht zusammengehen. Diese "liberalen" Zionisten haben nur zwei Möglichkeiten, so Wild, entweder sie hören auf, liberal zu sein und bekennen sich offen zu Apartheid und ethnischer Säuberung, wie Benny Morris und Avi Shavit, oder sie hören auf, Zionisten zu sein. Ein weiteres Problem des Zionismus sei sein Rassismus. Davon sind auch die "liberalen Zionisten" nicht gefeit.Der zweite Teil des Buches befasst sich mit der internationalen BDS-Kampagne. (BDS=Boykott, Desivestment und Sanktionen) und dem Weg zu einer Ein-Staat-Lösung. Beide Aspekte werden in diesem Buch erstmalig am umfassendsten und gründlichsten dargestellt. Die BDS-Kampagne wurde 2005 federführend von Omar Barghouthi ins Leben gerufen und verfolgt folgende Ziele: die Beseitigung der Apartheidstruktur, unter der die israelischen Palästinenser leiden; die Beendigung der militärischen Besatzung und der Kolonialpolitik in den seit 1967 besetzten Gebieten; und die Verwirklichung des Rückkehrrechtes, die Entschädigung der vertriebenen Palästinenser und deren Nachkommen.Durch die erstarkende BDS-Kampagne fühlt sich nicht nur die israelische Regierung, sondern auch ihre unzähligen Hilfstruppen weltweit in die Enge gedrängt. Sie unternehmen alles gegen diese so genannte "Delegitimierung" Israels, übersehen dabei aber, dass der größte Delegitimierer die israelische Regierung selber ist. "Die BDS-Kampagne vermochte es mit der Zeit, eine emanzipatorische Gegen-Hegemonie zur zionistischen kulturellen Hegemonie zu entfalten", schreibt Wild. Nicht ohne Grund laufen zionistische Organisationen und die israelische Regierung dagegen Amok und hantieren mit dem unsinnigen Vorwurf des "Antisemitismus".Ebenso minutiös wie die BDS-Kampagne wird die Entwicklung zu einer Ein-Staat-Lösung von der Autorin beschrieben. Die Autorin weist auf die Bereitschaft der Vertreter der Ein-Staat-Lösung für einen historischen Kompromiss hin, wie ihn Ali Abunimah, der bekannteste Vertreter formuliert hat. Wie im Falle Nordirlands oder Südafrikas sei eine "politische Heirat" zwischen Unterdrückten und Unterdrückern notwendig. Eine Versöhnung zwischen beiden könne jedoch erst nach der "Heirat" erfolgen.Die Idee der Ein-Staat-Lösung, wie sie die Autorin beschreibt und befürwortet, hat einen gewissen Charme, dürfte aber an der rassistischen Ideologie des Zinismus scheitern. Zu einer Ein-Staat-Lösung wird es nicht aufgrund von BDS kommen, sondern nur durch weiteres aktive Zutun der israelischen Regierungen, bis für die USA und den Westen die Kosten der Unterstützung Israel zu groß werden. Der wichtigste "Verbündete" der BDS-Bewegung, so absurd es klingen mag, ist Benjamin Netanyahu, der alles tut, um Israel entweder in den Abgrund zu führen oder Groß-Israel, das heißt, die Ein-Staat-Lösung im Sinne Israel zu vollenden. Sollte Netanyahu Erfolg haben, wird Israel kein demokratischer Staat mehr sein, sondern nur noch ein Apartheidstaat, wie es bereits viele israelische Politiker vorausgesagt haben.Petra Wilds Buch hat in überzeugender Art und Weise die Argumente der komplexen BDS-Kampagne und der Vertreter der Ein-Staat-Lösung dargestellt. Ein überaus wertvolles und lesenswertes Buch, das, so ist zu hoffen, die deutsche Nahostdebatte an das internationale Niveau heranführen wird. Es ist das Beste, was in deutscher Sprache vorliegt.Dr. Ludwig Watzal arbeitet als Journalist und Redakteur in Bonn.

  • Kenan D.
    2019-02-07 08:59

    Gut 70 Jahre gibt es keine Lösung für dieses kolonialistische Problem. Natürlich wurde immer teile und herrsche als Lösung vorgeschlagen. Mauern bauen, den Staat bis zur Unkenntlichkeit zerteilen und gut 800.000 Menschen vertreiben, mittlerweile sind es sogar mehr.Das Rückehrrecht für die Palästinenser muss her und die heutigen Israelis müssen sich bewusst werden, dass der Zionismus sie von innen zerstört. Stoppen sie nicht diesen Prozess von selbst und sichern sie sich nicht damit eine Zukunft im neuen Palästina, dann wird ganz ohne Widerstand der Palästinenser die Seifenblase Israel platzen. Doch provozieren sie weiter den Widerstand, dann wird die Blase zwar dann sowieso platzen aber es wird kein Platz mehr geben für Reue. Die Israelis, die nicht nachweisen können, dass ihre Vorfahren palästinensische Juden waren, werden jeden Zentimeter an Land verlieren und ihr Rückehrrecht in die alte Heimat in Anspruch nehmen müssen. Wenn ich Israeli wäre, dann würde ich so ein Buch schreiben und nachweisen, dass man den Kern des Problems erfasst hat. Die einzigen Juden, die aus der Sache als Gewinner rauskommen werden, werden die antizionistischen Juden sein. Doch die Blase wird platzen, so oder so. Wenn nicht morgen, dann in aller spätestens 20 Jahren.