Read Phänomenologie des Geistes by Georg Wilhelm Friedrich Hegel Online

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Reproduktion des Originals Ubernommen in neue Rechtschreibung Auf dem Cover ein Portrat von Hegel von Jakob Schlesinger....

Title : Phänomenologie des Geistes
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ISBN : 3846000752
ISBN13 : 978-3846000755
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Salzwasser Verlag Oktober 2011
Number of Pages : 436 Seiten
File Size : 588 KB
Status : Available For Download
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Phänomenologie des Geistes Reviews

  • Stunde der Wahrheit
    2019-03-27 08:55

    Im Deutschen Denken ergeben These und Antithese eine Synthese. Widersprüche, die durch die Synthese gelöst werden, werden als Anzeichen der Wahrheit gesehen. Heute herrschen auf dieser Welt Gehirne, für die es nur eine "Wahrheit" gibt, nämlich ihre. Antithese und Synthese kommen in ihrem Denken nicht vor. Alles was nicht ins Schema F passt, wird als unwahr betrachtet und verunglimpft. Es ist wie in dem Film "Matrix". Muss das deutsche Denken sterben, damit SIE ungehindert herrschen können? Möglich wäre es. Hegels Denken beweist: A ist nicht immer gleich A. Wo ein A ist, ist auch ein B, und sogar ein C..... und Z etc.

  • Michael Kurz
    2019-03-29 08:57

    Da hat der gute Immanuel Kant seinen ganzen Scharfsinn aufgeboten, um auf über 600 Seiten („Kritik der reinen Vernunft“) die Bedingungen des menschlichen Erkenntnisvermögens zu untersuchen und eine Grenze zu ziehen zwischen dem, was empirisch erfahrbar ist, und dem, was Spekulation und „Geisterseherei“ ist. Damit sei nun ein für allemal geklärt, dachten und hofften seine Zeitgenossen, dass man über Gott und Jenseits, Geist und Himmel nicht reden könne wie über die Nase des Nachbarn und den Stein, mit dem man ihm die Scheibe einschmeißt.Doch weit gefehlt: was Kant hier gebraut und gebacken, so dachten die Väter der aufkommenden Romantik, sei ein doch gar zu trockenes Mahl, als dass es auf immer genießbar sein könne, und dem Menschen sei die Phantasie nicht gegeben, damit er sie einschließt und verkümmern, sondern sprießen und wuchern lässt „ad maiorem dei gloriam“. Und so kam es, dass schon die erste Generation nach Kant sich nicht mehr mit dessen Bescheidenheit zufrieden gab, sondern, ganz wie in alten Zeiten, auf Teufel komm heraus in die Luft hinein spekulierte und dabei Berge auftürmte, die unsereinen schwindlig machen. „Himmelsstürmer“ könnte man sie nennen, diese Herren Jacobi, Herder, Schleiermacher und, als Krönung gewissermaßen, das unvergleichliche Triumvirat Schelling, Fichte und Hegel. Es ist in der Tat ehrfurchtgebietend, was diese Herren uns lehren: vom absoluten Ich ist die Rede, vom Erscheinen Gottes in der Natur und am Ende gar vom Weltgeist - nicht der „zu Pferde“ , als den Hegel den französischen Kaiser titulierte, sondern den unsichtbaren, den Lenker des dialektischen Werdens. Letzteren hat Hegel in seiner „Phänomenologie“ so kenntnisreich und detailliert beschrieben, dass wir glauben möchten, er sei mit ihm auf Du und treffe sich alltäglich mit ihm zum Mittagessen. Er erzählt uns mit ernster Miene, dass alles, was vernünftig ist, wirklich ist, und anders herum: dass alles, was wirklich ist, auch vernünftig ist. Überdies sei der dialektische Prozess bereits am Ende angekommen; der Weltgeist habe alle Widersprüche in sich vereint und aufgehoben und sei auf das schönste präsent im preußischen Staat seiner Zeit. Nun wissen wir alle, dass nach dem Wiener Kongress die großen und kleinen Fürsten eifrig bemüht waren, ihre fast unbeschränkte Macht im besten feudalen Sinne wieder herzustellen, zu welchem Zwecke jedes gesprochene oder gedruckte Wort, das auch nur entfernt staatskritisch war, unterdrückt und mit Polizeigewalt geahndet wurde. Hegel war hiervon natürlich nicht betroffen, lobte er doch den preußischen Staat als die Vollendung des Staatswesens schlechthin. Wäre es ihm so ergangen wie Heinrich Heine oder dem Jungen Deutschland, hätte er seine Meinung über die Staatsverfassung vermutlich schnell geändert.Was uns jedoch mit ihm und seinem dicken Buch fast wieder versöhnt, sind die weiteren Erkenntnisse, die er uns vermittelt. So lesen wir denn in der „Phänomenologie“, dass „das Sein des Geistes ein Knochen ist“ und dass „ Wirklichkeit und Dasein des Menschen sein Schädelknochen“ sei.Das Rückenmark, nehmen wir voller Bewunderung wahr, wird „mit zum inwohnenden Orte des Geistes und seine Säule zum gegenbildlichen Dasein genommen“ , und letztendlich werden wir noch belehrt, dass das „Nervensystem hingegen die unmittelbare Ruhe des Organischen in seiner Bewegung“ ist. Wahrhaftig: wozu studiert der Mensch die Naturwissenschaften, müht sich jahrelang mit dem Studium der Anatomie ab, wenn er alles dies auf einen Blick bei Hegel nachlesen kann ? Denn immerhin: „was wirklich ist, ist auch vernünftig“ ! Oder halten wir es lieber mit Shakespeare :„If this is madness, there is method in it“ (Hamlet, 2. Akt, 2.Szene) ? Deshalb noch drei Sterne.

  • D. Hinr.
    2019-04-25 13:07

    Die hegelsche Dialektik ist ein stetes Schwingen des Menschen zwischen zwei Polen wie der "Einzigkeit" und der "Allgemeinheit". (Bsp: Der Mensch kann sich aus sich selber heraus, oder als Negation (aus seinem Unterschied gegenüber) seiner Umgebung identifizieren) Aus den beiden Polen wird eine Synthese getroffen und das Schwingen geht auf der nächsten Bewusstseins- und Erkenntnisstufe weiter. Hegel proklamiert bis kurz vor dem Ende die seine Versprechung der absoluten Wahrheit, welche wir letzter Stelle erfolgreicher bestandener Dialektik erwarten sollten. Das Ernüchternde: Es gibt sie nicht. Letztendlich bleibt der Weg das Ziel. Die höchste für uns erfassbare Wahrheit scheint das Streben zur höchsten Erkenntnisfähigkeit zu sein.Dass der Weg das Ziel sei, und dass es die Aufgabe des Menschen auf Erden ist, sich (auf nichts weniger banales kommt es hinaus) zu entwickeln, kann man auch aus jeglichen esoterischen, humanistischen oder christlichen (oder andersreligiösen - es wird kaum einen Unterschied machen) Heftchen lesen. Selbst ohne die Beschäftigung mit solcher Lektüre kann man auch via common sense auf ähnliche Schlussfolgerungen kommen.Aber: Die Phänomenologie des Geistes zählt nicht umsonst zu den (ich lese vom Cover ab) "wirkungsmächtigsten Schriften der Geistesgeschichte", so kann man auch denken, dass jener "common sense", der Hegel heutzutage seine Pointe nimmt, zu seiner Zeit nicht existent war und erst durch Hegel selber verallgegenwärtigt wurde.Am interessantesten an der Lektüre wären für den heutigen Leser damit wohl Hegels unterschwelliges Kant-Bashing und diverse andere Ausschweifungen in die damalige Zeitgeschichte.Wies trotzdem fünf Sterne? Weil ich dem "Aber" eine hohe Wahrscheinlichkeit zurechne und G.W.F. Hegel nach wie vor ohne Zweifel einer der brilliantesten Köpfe der deutschen Geschichte war. Zudem gilt besonderes Lob der günstigen und dennoch qualitativen Ausgabe der Phänomenologie, welche für wenig Geld Einsicht in das vielleicht größte philosophische Werk Deutschlands verschafft.Eines noch: Dem künftigen Hegelleser würde ich empfehlen, mit Sekundärlektüre anzufangen und sich zunächst in gemäßigterer Sprache ein Bild des hegelschen Idealismus zu machen. Beim ersten Leseanlauf habe auch mich übernommen; mit einem kleinen Hegel-Lexikon zur Seite gelingt das nervenaufwendige Lesen der Phänomenologie des Geistes schon wesentlich angenehmer.