Read Die Frauen der Habsburger by Hellmut Andics Online

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ber den Autor und weitere MitwirkendeHellmut Andics wurde 1922 in Wien geboren Verfasser zahlreicher Geschichtswerke ber sterreich im 19 und 20 Jahrhundert, Autor zahlreicher zeitgeschichtlicher TV Dokumentationen und Fernsehspiele, ehemals ORF Landesintendant in Eisenstadt Er starb 1998 in Wien....

Title : Die Frauen der Habsburger
Author :
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ISBN : 3800037467
ISBN13 : 978-3800037469
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : Wirtschaftsverlag Ueberreuter 1 Januar 1999
Number of Pages : 378 Pages
File Size : 678 KB
Status : Available For Download
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Die Frauen der Habsburger Reviews

  • Letsid
    2018-10-19 14:34

    Der Schwerpunkt dieses populärwissenschaftlichen Machwerks (dieser abwertende Ausdruck ist hier einmal wirklich berechtigt) beschränkt sich vor allem auf Sisi und andere Ehefrauen aus dieser Dynastie, die relativ bekannt sind. (Auf die Nebenlinien wird z. B. überhaupt nicht eingegangen. Auf weibliche Familienmitglieder ebenfalls kaum.) Der ausführliche Schwerpunkt liegt im 19. Jahrhundert. Die Jahrhunderte zuvor werden recht oberflächlich und nicht sehr ausführlich behandelt. Auf die Problematik von der Herausbildung von Legenden wird überhaupt nicht eingegangen, eine Hinterfragung von sattsam bekannten Klischees findet auch nicht statt, die historische Hintergründe und Rahmenbedingungen werden weitgehend ausgeblendet. Ebenso wenig wird auf Aspekte (wie die Zulässigkeit der Quelle, zeitbedingte Stilisierung / Klischees etc.) eingegangen, für ein Sachbuch, das Seriösität beansprucht, unbedingt ein Muss.Inhaltlich bietet das Buch sattsam bekannte Klischees wie die mütterliche Maria Theresia, die unverstandene Sisi, die hysterische Stefanie und Ähnliches, ohne diese "Zerrbilder" wenigstens ansatzweise zu hinterfragen, obwohl diese in der seriösen Forschung bereits um 1993 widerlegt oder sogar schon überholt waren.Ein gutes Beispiel für die Art, wie Andics Frauen vorführt, ist z. B. die eher unbekannte Johanna von Pfirt, die Ehefrau von Herzog Albrecht II. von Österreich (14. Jahrhundert). Ihre Erbschaft (vor allem Besitzungen im heutigen Elsaß) war für den damaligen Länderbesitz der Habsburger eine ideale Ergänzung. Andics, der offensichtlich von den geographischen und politischen Gegebenheiten des 14. Jahrhunderts keine Ahnung hat, stilisiert sie zu einem unbedeutenden Aschenprödel, dessen historische Leistung darin bestanden haben soll, durch Selbsthilfe (Ehebruch) die Habsburger vor dem Aussterben zu bewahren. (Eine Darstellung, die jeder seriösen Quellenlage entbehrt.)Der Blickwinkel von Hellmut Andics vermittelt eindeutig ein patriarchalisch-konservatives und genderklischeelastiges Wertebild, in dem die Frau auf die Rolle der (Stamm-)Mutter (bzw. auf ihre Gebährfähigkeit) und Ehefrau beschränkt ist. An den von ihm als problematisch vorgeführten Ehen tragen ausschließlich die Frauen die Hauptschuld.Andics bietet zwar Klatsch, Tratsch und Legenden, aber fast keine seriöse Fakten - besonders ärgerlich ist, dass vieles, was Andics als Fakt verkauft, schon 1993 längst widerlegt war.Was den Unterhaltungswert dieses Machwerkes betrifft, so ist er für mich nicht wirklich nachvollziehbar. Der Humor, der in anderen Rezension lobend erwähnt wird, mir war er eindeutig zu primitiv - mag sein, dass dieser Humor eine gewisse Frauenfeindlichkeit voraussetzt, um als solcher wahrgenommen zu werden.Etwa zeitgleich (um 1993) schrieb da z. B. eine Thea Leitner mit "Habsburgs verkaufte Töchter" ein populärwissenschaftliches Buch, das ebenfalls mit Unterhaltungswert zu punkten versucht, dies aber auf einem wesentlich besseren Niveau und mit eindeutig mehr Historizität.Eigentlich erstaunlich, dass dieses Buch, das großteils das Niveau eines Groschenromans hat, obwohl es doch (populär-)wissenschaftliches Fachbuch sein will, noch immer am Buchmarkt zu finden ist, da es inzwischen nicht einmal mehr als Lückenfüller seine Berechtigung hat, gibt es doch inzwischen das Habsburgerlexikon (Hrsg. von Brigitte Hamann und u. a.), wo sich zu wirklich jedem Mitglied der Familie Habsburg ein eigener Artikel findet.

  • Verena Sch.
    2018-11-11 18:30

    Ein absolut brillant geschriebenes Buch, das packend durch die Jahrhunderte der habsburgischen Herrschaft führt. Auf die Frauen wird hier zwar nicht expliziter als anderswo eingegangen, aber die kritische und teils humorvolle Sicht und Schreibweise des Autors macht das Lesen flüssig und unterhaltsam.Unterteilt in 12 Kapitel und mit einem lobenswerterweise ausführlichen Anhang, der mittels Stammbäumen das Verständnis erleichtert, wird die Geschichte in gebührendem Ausmaß erzählt und zeitweise auch gerafft - wichtige Ereignisse, Vermählungen und Allianzen werden betont und deren Hintergründe ausgeführt. Besonders wichtige Schlüsselfiguren werden herausgehoben und die sorgsam ausgewählten Abbildungen illustrieren das Ganze.Ein wunderbares Standardwerk, das auch als Abendlektüre geeignet ist.