Read Über das Geistige in der Kunst by Wassily Kandinsky Online

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Kandinskys ber das Geistige in der Kunst ein Klassiker der Kunsttheorie Die 1911 erschienene Schrift ber das Geistige in der Kunst war f r die weitere Entwicklung der abstrakten Malerei von grundlegender Bedeutung Die 1912 rasch neu gesetzte Auflage enthielt zahlreiche Fehler, die weder Kandinsky noch der Verlag bemerkten und die ber alle Neuauflagen hinweg bis heute unberichtigt blieben Die im Benteli Verlag erstmals 1952 erschienene Ausgabe wurde nun durch Jelena Hahl Fontaine vollst ndig berarbeitet....

Title : Über das Geistige in der Kunst
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ISBN : 3716513261
ISBN13 : 978-3716513262
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Benteli Auflage 2 2004
Number of Pages : 172 Seiten
File Size : 884 KB
Status : Available For Download
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Über das Geistige in der Kunst Reviews

  • Christoph Erlemeier
    2019-04-14 14:01

    Ausgerechnet ein Heuhaufen, gemalt von Claude Monet, ließ den gelernten Juristen und Hobbymaler Kandinsky zum Künstler werden. In der besagten Ausstellung in Russland hatte Kandinsky in dem impressionistischen Werk Monets den Heuhaufen zunächst gar nicht erkannt und sich deshalb über sich selbst geärgert. Kurz darauf entschied er sich Russland zu verlassen, um in München an der Kunstakademie zu studieren. Finanziell konnte sich der Wohlhabende diesen Luxus leisten. Er suchte in dieser Zeit bereits nach dem Geistigen in der Kunst, wie es in vielen künstlerischen Bewegungen oder der Philosophie üblich war. Das Geistige würden wir heute vielleicht treffender als das Wesen oder die Seele bezeichnen. Um zum unsichtbaren Geistigen zu gelangen, müsse sich der Künstler - so Kandinsky - vom Materiellen lösen. So müsse sich auch die Kunst von der gegenständlichen Darstellung lösen, um zum Geistigen, welches sich hinter der Hülle von Lebewesen oder Dingen verbirgt, zu entdecken.Zunächst war sein Werk expressionistisch. Bunte, kontrastreiche Farben bestachen durch ihre eindringliche Wirkung den Betrachter und waren noch von umhüllenden Linien umschlossen, deren sich auflösende Formen das Abgebildete aber nicht mehr ganz deutlich erkennen ließen. Motive waren z.B. Kremlstadt, Paare, Ross und Reiter, Bäume, Ruderboote oder der heilige Georg im Kampf mit dem Drachen. Die Darstellung des heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen war damals ein beliebtes Motiv, welches selbst Architekten, wie z.B. Antoni Gaudi für ihre Bauwerke, wie z.B. für die Casa Battlo in Barcelona nutzten. In Kandinskys Bildern lösten sich später die Farben aus den umhüllenden Linien heraus. Die Farbigkeit konnte mehr als eine bunte in den bekannten Farbkontrasten variierende Hintergrundmalerei verstanden werden, während die durch Linien darüber gesetzten Figuren, sich nicht mehr unbedingt zu einem geschlossenen Körper formierten und damit immer unkenntlicher wurden. Kandinsky war in dieser Zeit in München bereits kein Unbekannter mehr, denn er hatte mit der Gründung der Künstlerverbindung "Der blaue Reiter" große Aufmerksamkeit durch die Öffentlichkeit erhalten. Zu dieser Gruppe zählten auch bekannte Künstler, wie der in Meschede geborene August Macke, Franz Marc, Alexej von Jawlensky oder Gabriele Münter. Teilweise lebte er mit Gabriele Münter in Murnau zusammen, im sogenannten Russenhaus, wie es die Einwohner nannten. Murnau bot den Künstlern wegen der spannungsreichen Lichtverhältnisse eine besondere Inspirationsquelle für ihr expressionistisches Werk. In dieser Zeit lernte er auch Rudolf Steiner kennen, dessen damalige Theosophie und nachherige Anthroposophie sein späteres Schaffen inspirierte und beeinflussteBereits ein Jahr nach der Gründung des "Blauen Reiter" wurde dieses philosophische Werk "Über das Geistige in der Kunst" veröffentlicht, welches sich als Ur - Code durch das gesamte noch nachfolgende Werk Kandinskys ziehen sollte. Dazu zählen auch noch die völlig abstrakten Kunstwerke, die Kandinsky später am Bauhaus erstellte. Kandinsky gilt übrigens auch als Vater und Erfinder der abstrakten Kunst.Eine Rezension, die sich jetzt tiefgreifend mit dem Inhalt befasst, ist in der Kürze sicher nicht möglich. Zum Verständnis der Intention dieses Werks möchte ich an dieser Stelle lieber einfach Wassily Kandinsky selbst zitieren:"Mein Buch "Über das Geistige in der Kunst" und ebenso "Der blaue Reiter" hatten hauptsächlich zum Zweck, diese unbedingt in der Zukunft nötige, unendliche Erlebnisse ermöglichende Fähigkeit des Erlebens des Geistigen in den materiellen und in den abstrakten Dingen zu wecken. Der Wunsch, diese beglückende Fähigkeit in den Menschen, die sie noch nicht hatten, hervorzurufen, war das Hauptziel der beiden Publikationen. Die beiden Bücher wurden und werden oft missverstanden. Sie werden als Programm aufgefasst und ihre Verfasser als theoretisierende, in Gehirnarbeit sich verirrt habende verunglückte Künstler gestempelt. Nichts lag mir aber ferner, als an den Verstand, an das Gehirn zu appellieren. Diese Aufgabe wäre heute noch verfrüht gewesen und wird sich als nächstes, wichtiges unvermeidliches Ziel in der weiteren Kunstentwicklung vor die Künstler stellen. Dem sich gefestigt und starke Wurzeln gefasst habenden Geist kann und wird nichts mehr gefährlich sein, also auch nicht die viel gefürchtete Gehirnarbeit in der Kunst - sogar ihr Übergewicht über den intuitiven Teil des Schaffens (...), und man endet vielleicht mit der gänzlichen Ausschließung der Inspiration. (...) Wir kennen bloß die Eigenschaften unseres Talentes mit seinen unausweichlichen Elementen des Unbewussten und mit der bestimmten Färbung dieses Unbewussten. Doch das von uns durch Nebel der Unendlichkeit weit entfernte Kunstwerk wird vielleicht auch durch Errechnung geschaffen, wobei die genaue Errechnung nur dem Talent sich eröffnen wird (...).Zum Inhalt des Buchs: "In der Einleitung zu diesem Buch wird der für Kandinsky wichtige Begriff der »inneren Notwendigkeit« eingeführt. Im ersten Kapitel Bewegung entwirft Kandinsky ein Dreiecksbild des geistigen Lebens: ein Dreieck, an dessen Spitze nur ein einziger Mensch steht, bewege sich unentwegt vorwärts. Im folgenden Kapitel Geistige Wendung konkretisiert Kandinsky diese Idee und versucht, sie historisch zu belegen. Bevor er auf die Kunst an sich zu sprechen kommt, erwähnt er die Theosophische Gesellschaft als eine große geistige Bewegung. Das Kapitel Pyramide zeigt Verwandtschaften und Unterschiede zwischen den Künsten. Kandinsky strebt die Vereinigung der Künste zu einer »monumentalen Kunst« an.Der Hauptteil, das Kapitel Malerei, ist im Unterschied zu den vorhergehenden Kapiteln der systematischen Argumentation vorbehalten: Kandinsky untersuchte die Wirkung der Farbe (als »Seelenvibration«) und entwickelte eine Systematik der Form-Farb-Beziehungen. Er ordnete den Farben tiefere Bedeutungen und Assoziationen zu und stellte sie in Gegensatzpaaren gegenüber. Kandinsky ging von der Synästhesie (Verschmelzen verschiedener Sinneseindrücke) aus und ordnete den Farben verschiedene andere Sinneseindrücke zu, der Farbe Blau bspw. die Eigenschaften weich" und aromatisch", der Farbe Gelb hingegen scharf" und stechend". Des Weiteren versuchte er die Zugehörigkeit bestimmter Farben zu bestimmten Formen nachzuweisen:Die Grundeinteilung der Farbe ist laut Kandinsky warm-kalt / hell-dunkel. Jeder Farbe wird eine seelische Ausdrucksqualität zugeordnet, die er mit Musikbeispielen illustriert.Aus dem vorangegangenen Kapitel nimmt er die Idee der »monumentalen Kunst« auf und entwirft als neue Form die »Bühnenkomposition«, wobei der Tanz neben Farbe und Musik zum dritten Element wird.Das Schlußwort bezieht sich auf Reproduktionen von Kandinskys eigenen Werken, hier trifft er die Unterteilung in »Impression«, »Improvisation« und »Komposition« und verweist auf Motive und Ziele der eigenen Tätigkeit."Dieses Werk gilt mit dem Buch "Punkt, Linie zu Fläche," welches während seiner Zeit am Bauhaus entstand, als Kandinskys Schlüsselwerk. Es sollte auch später noch, gemeinsam mit den Veröffentlichungen seines Kollegen Johannes Itten, erheblichen Einfluss auf die Kunst der Moderne, die Entwicklung der Wahrnehmungspsychologie und des Industriedesigns haben. Es hat auch gegenwärtig an Bedeutung noch nicht verloren. - Christoph Erlemeier -

  • Russell Halsted
    2019-03-28 15:17

    This was a birthday gift. It arrived on time as promised and the recipient was thrilled with it.