Read Anschlag von rechts: Nach einer wahren Begebenheit by Reiner Engelmann Online

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Mitten unter uns Rechtsextremismus heute Irgendwo mitten in Deutschland treffen sich drei Freunde auf ein Feierabendbier In den sozialen Netzwerken haben sie sich schon an ausl nderfeindlichen P beleien beteiligt Wenige Stunden sp ter werfen sie einen Molotowcocktail in eine Fl chtlingsunterkunft und werden so zu Verbrechern Reiner Engelmann recherchiert die Hintergr nde dieser schrecklichen Tat und dabei wird deutlich rechtes Gedankengut und Fremdenfeindlichkeit sind in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen und viel zu lange unbeachtet geblieben....

Title : Anschlag von rechts: Nach einer wahren Begebenheit
Author :
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ISBN : 3570312240
ISBN13 : 978-3570312247
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : cbt 10 September 2018
Number of Pages : 192 Seiten
File Size : 792 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Anschlag von rechts: Nach einer wahren Begebenheit Reviews

  • M. Lehmann-Pape
    2019-03-18 23:01

    „Ich freue mich, ein paar neue Gesichter zu sehen. Das ist gut…….soll jeder von euch entschieden, welchen Beitrag er zur Reinhaltung Deutschlands leisten wird“.Bei dem einen ist es Neugier, vielleicht eine gewisse Langeweile oder Leere. Bei der andern ist es nicht so ausgeprägt, aber man will ja dazugehören, als Mädchen, zu den coolen Jungs. Andere wiederum sind absolut überzeugt, wird ein „Club 18“ geführt. Bis es passiert.Und daneben die andere Seite. Die Flüchtlinge. Eine Seite, die exemplarisch an fünf Schicksalen von Engelmann ebenso nachvollziehbar, sensibel und empathisch wie differenziert dem Leser nahegebracht werden.So dass am Ende der „Vorstellungsrunde“ tatsächlich unterschiedliche, sich teils an verschiedenen Polen der inneren Einstellung befindliche „echte“ Menschen in den Raum des Buches getreten sind. Bei denen auch die Täter, trotz allen Widerwillens, der sich alleine schon gegen die abwertende und verallgemeinernde Sprache auftaucht doch auch ein Verstehen entsteht, wenn auch keine tiefe Sympathie.Bis dann die brennenden Flaschen geworfen werden und Engelmann durch die Tat, die Ermittlungen, den Prozess minutiös offenlegt, was im Land (auch) vorgeht. Fremde Welten dem Leser damit näher bringt (je nachdem, aus welcher Haltung man schaut, es werden sich auf jeden Fall „Fremde We4lten“ für jeden Leser finden).„Dieses Buch beruht auf einer wahren Begebenheit“. Dem kann man als Leser nicht entgehen, auch wenn einige Sequenzen um Prozess und Anwälte fiktiv gesetzt werden.Reale Prozesse, die Engelmann in starken Bildern im Buch verankert. Wie mit diesem Hakenkreuz an der Bushaltestelle, das erst für allgemeine gemurmelte Empörung sorgt, bis es nach kurzer Zeit einfach hingenommen wird. Was nicht unbedingt heißt, das solche politischen Symbole wieder hoffähig werden, wohl aber, wie verbreitet es doch inzwischen ist, das irgendwie zu dulden. Und damit, auch dass in dieser Szene im Buch gut beleuchtet, nicht früh genug Einhalt geboten wird, um den nächsten Schritt der „Mutproben“, der „Eskalation“ zu verhindern.Denn auch, wenn es gar nicht so gemeint ist, das schweigende Hinnehmen kann auch als stille Zustimmung verstanden werden. In den wachen Augen dessen, der das Zeichen gemalt hat und sehr genau die Reaktionen „des Volkes“ an den nächsten Tagen beobachtet.Nüchtern-sachlich in der Schilderung der Abläufe, intensiv in der Aufarbeitung des „Anschlages“ in den Personen und im „Rechtssystem“ n ist dies ein Buch, das nicht nur, aber vor allem auch, jungen Menschen die Augen zu öffnen versteht über Menschlichkeit, Gefallen wollen, Irrwege, und auch „keinen Rahmen zur rechten Zeit“ geboten zu bekommen.Eine wichtige und empfehlenswerte Lektüre.

  • Tanja Mandelt (Buchstaebliches.de)
    2019-03-11 20:03

    Im vorliegenden Buch deckt Reiner Engelmann die Hintergründe zu einem tatsächlich stattgefundenen Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft auf, bei dem es glücklicherweise keinen Personenschaden gab. Dieses allerdings nur aus reinem Zufall, bewohnt war das Heim und es hätte genauso gut auch Tote geben können.Der Autor berichtet aus der Sicht verschiedener Beteiligter in erzählender Form, es handelt sich hier also nicht um eine reine Dokumentation, sondern um eine Mischung aus den Geschichten der Personen und harten Fakten.Nach dem Prolog, der eine Wanderung von Mitgliedern der Partei „Der dritte Weg“ beschreibt, erfährt der Leser die Lebensgeschichten einiger Flüchtlinge. Sie kommen aus Afghanistan, Somalia, Syrien, Pakistan und Simbabwe, und jede Familie hatte ihren eigenen Grund, sich auf den Weg zu machen. Immer waren es schwerwiegende, die das eigene Leben bedrohten oder wenigstens extrem einschränkten. Bei vielen war die Flucht gefährlich und voll unbekannter Risiken, die meisten hatten keine Ahnung, wohin der Weg sie führen würde. Alle landeten schließlich im deutschen Flüchtlingsheim in dem Ort P.Hier leben auch die drei Protagonisten Robert, Matze und Beate.Im zweiten Teil wird deren Geschichte beleuchtet, ihre Art zu denken, zu handeln und zu leben. Es ist ein naives Denken, geprägt von Perspektivlosigkeit, Wut, dem Wunsch nach Anerkennung, Alkohol und der gegenseitigen Aufstachlung. Die Massen an Fremden, die angeblich ganz Deutschland überschwemmen, bieten sich als Sündenbock hier geradezu an.Der dritte Teil des Buches behandelt dann den Prozess nach dem Anschlag, die Aussagen der Täter und schließlich den Richterspruch samt Reaktionen darauf.Wissenschaftlich fundiert rundet der Autor sein Werk mit einem Glossar und erkenntnisbringenden Fakten ab, sie beziehen sich auf die weltweite Flüchtlingssituation genauso wie auf das Problem des Rechtsradikalismus in Deutschland. Zahlen und Daten werden aufgeführt und Symbole erläutert, einen großen Teil nimmt auch die Musik der rechten Szene ein.Dies zum Inhalt des Buches, und meine Zusammenfassung wird dem in keiner Weise gerecht. Reiner Engelmann hat hier ein Buch verfasst, das von jedem Heranwachsenden gelesen werden müsste, denn dann würden sie vielleicht verstehen, dass ihre Probleme ganz sicher nicht von den Geflüchteten verursacht werden. Sie würden die Menschen dahinter erkennen und durch ihre Geschichten vielleicht etwas wie Mitgefühl, wenigstens Verständnis, lernen. Und begreifen, dass unser reiches Land schlichtweg eine Verpflichtung zum Helfen hat.An keiner Stelle drückt der Autor auf die Tränendrüse, im Gegenteil, sein Schreibstil ist immer sachlich. Er beschreibt lediglich, was passiert, von außen, als unbeteiligter Beobachter. Alles sehr unemotional und gerade deswegen extrem eindrucksvoll. Er erzählt die Geschichte der Menschen, die ihre Heimat aufgegeben haben, ihre Familien, Freunde und Berufe. Was man als Leser daraus macht, bleibt jedem selbst überlassen. Aber ganz ehrlich, wer hier kein Mitgefühl entwickelt, hat jegliche Fähigkeit zur Empathie verloren oder niemals gehabt.Auch die drei deutschen Protagonisten lässt er agieren, ohne ihre Handlungen zu bewerten. Und gerade dadurch kommt ihre bodenlose Dummheit ans Licht. Das Versauern in ihrem Nest, ohne Blick über den Tellerrand, ohne jedes Bemühen um wirkliche Perspektiven, aber voller Hass auf diejenigen, die vermeintlich Schuld daran sind. Sie putschen sich gegenseitig auf, dröhnen sich mit menschenverachtenden Musiktexten zu und verlieren alle Hemmungen, immer in dem Glauben, das Richtige zu tun. Aber, und das wird durch dieses Buch ganz deutlich: Was richtig oder falsch ist, kann man nur erkennen, wenn man alle Seiten betrachtet. Wenn alle Menschen dies tun würden, hätte der Rechtsextremismus in unserem Land keine Chance, was für eine wunderbare, wenn wohl auch utopische Vorstellung.Meine letzten Worte waren nun schon deutlich pathetischer als die des Autors, wie gesagt, er bleibt immer sachlich fundiert. Ich jedoch, als Rezensentin, darf, werde und muss auch meine eigene, emotionale Meinung einbringen und die ist ganz klar: Keine Chance dem Rechtsextremismus!Deswegen empfehle ich dieses Buch allen und zwar unbedingt. Dem Geschriebenen kann man leicht folgen, so dass es gut für junge Menschen lesbar ist, aber auch für Erwachsene ist es eine gewinnbringende Lektüre. .