Read Moderne Alchemie: Die Jagd nach den schwersten Elementen (Facetten) by Gottfried Münzenberg Online

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Viele Tr ume der Alchemisten sind l ngst von der Wirklichkeit bertroffen worden Nicht nur Gold auch jedes andere uns bekannte chemische Element kann heute in den Werkst tten und Labors der modernen Wissenschaft durch Umwandlung eines Elements in ein anderes hergestellt werden Auch andere auf der Erde sonst unbekannte chemische Elemente k nnen dort erzeugt und untersucht werden Hierzu geh ren insbesondere eine Reihe von 19 Elementen, die schwerer sind als das Element Uran, die sogenannten Transurane beraus informative, verst ndliche und sogar spannende Weise Spektrum der Wissenschaft August 8 97...

Title : Moderne Alchemie: Die Jagd nach den schwersten Elementen (Facetten)
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ISBN : 3528064749
ISBN13 : 978-3528064747
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : Vieweg Teubner Verlag Auflage 1996 1 Januar 1996
Number of Pages : 384 Pages
File Size : 975 KB
Status : Available For Download
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Moderne Alchemie: Die Jagd nach den schwersten Elementen (Facetten) Reviews

  • Bertold Debrunner
    2018-12-29 17:38

    Jägersleut', habt frohen Mut, dieses Buch schildert auf absolut verständliche Art, mit erläuterten Abbildungen aus der originalen Forschungsliteratur und den wichtigsten sauberen Begriffsdefinitionen - für jeden (ehemaligen) Maturanden/Abiturienten - die super-spannende Geschichte der Entdeckung & Herstellung der schwersten chemischen Elemente durch Menschenhand - am wahren Limit der Schwerionenforschung, inmitten hochenergetischen Fusionsreaktionen, wo zum Kühlen im besten Fall immer ein paar Neutronen abdampfen müssen, denn sonst spaltet der Compoundkern prompt und unerwünscht ...Genau genommen sind's (zum Datum der Buchveröffentlichung im Jahr 1996) 19 künstliche Elemente, die schwerer sind als das schwerste natürliche Element Uran U, die sog. Transurane.Nach einem Rückblick auf die prähistorischen Highlights der Technologiegeschichte und einem einleitend-historischen Teil, werden die reizvollen Zusammenhänge des Alchemismus aufgezeigt:Die Grundlage für alle Alchemisten - insbesondere bis zur Mitte des 17 Jahrhunderts - bildet der vor 2'500 Jahren auf philosophischen (jedoch unsinnigen) Gedanken basierende Aristotelismus (= Lehre von Aristoteles).In Aristoteles Philosophie sind die vier ineinander umwandelbaren sog. transmutierbaren Elemente - Feuer, Wasser, Luft und Erde - nur Erscheinungsformen eines Urstoffs. Diese Vorstellung war prägend für das ganze Mittelalter und ist (nicht nur in esoterischen Kreisen) sogar noch bis in unsere Zeit hinein wirksam.Demgegenüber wurde von Aristoteles (384-322 v.C.) - übrigens ein Schüler Platons, der Lehrer Alexander des Grossen und Begründer der abendländischen Logik - "leider" die (grundlegend korrekte) Atomistik von Demokrit (460-371 v.C.) verworfen. Den Durchbruch erfuhr das wiederentdeckte Gedankenmodell "Atom" dadurch erst im Jahre 1808 mit John Dalton. Seine moderne "Atomtheorie" ermöglichte, dass in lediglich 10 Jahren die Zahl der bekannten Elemente sogleich sprunghaft von 40 auf 50 erhöht werden konnte. Als 1869 D. Mendelejew das Periodensystem der chemischen Elemente (PSE) entwickelte, war die Elementezahl bereits auf 63 angewachsen.Das Autorenteam "Moderne Alchemie" - bestehend aus dem Kernchemiker M. Schädel & dem Kernphysiker G. Münzenberger, beide arbeiteten seit '76 bei der äusserst erfolgreichen und weltbekannten GSI (= Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt/D) - erklärt fundiert von der Forschungsfront, dass viele Träume der Alchemisten schon längst von der Wirklichkeit übertroffen worden sind. Die beiden glänzen aber auch durch ihr versiertes naturwissenschaftliches Geschichtsverständnis und schildern, dass bereits 1661 Sir Robert Doyle, aufgrund von umfangreichen experimentellen Beobachtungen, in seinem (noch heute im Verlag Harri Deutsch erhältlichem) Meilenstein "Der skeptische Chemiker" Gold als elementarer Stoff beschrieben wird. Das viele Jahrhunderte alte Bestreben auf chemischem Weg aus anderen Elementen Gold zu erzeugen, wurde damit als völlig sinnlos erkannt.Weiter geht's: Ende des 19. Jh folgten gleich zwei aufsehenerregende Entdeckungen, nur wenige Monate auseinander - Ende 1895 die Entdeckung der X-rays durch W.C. Röntgen und gleich zu Beginn des Jahres 1896, die Entdeckung der Radioaktivität durch H. Becquerel.Einerseits wurden damit die Grundlagen zur Erforschung der schweren und schwersten Kerne im 20. Jh. gelegt Andererseits wurde daraus hervorgehend, eine der ersten grossen Frauenkarrieren in den Naturwissenschaften gewürdigt, ferner konnte zum ersten Mal einer Frau der Nobelpreis verliehen werden:Marie Curie erhielt 1903 ihren ersten Nobelpreis in Physik - gemeinsam mit Henri Becquerel und ihrem Ehemann Pierre Curie - für die Entdeckung der Radioaktivität.Den zweiten Nobelpreis, diesmal für Chemie, bekam Mme Curie 1911 für die Entdeckung der radioaktiven, schweren Elemente Polonium Po-84 und Radium, sowie für die Untersuchungen der Chemie des Elements Radium Ra-88. Ausserdem war Marie Curie die erste Frau, die an einer europäischen Universität ein Forschungsinstitut leitete und damit die volle Stelle einer Uniprofessorin inne hatte.Auf insgesamt 258 Seiten, in total 25 Kapitel wird im Verlauf der Einleitung die Geschichte der schweren radioaktiven Elemente bis und mit Uran U-92 dargestellt. Den schwersten Transuranen - Seaborgium Sg-106, Bohrium Bh-107, Hassium Hs-108, Meitnerium Mt-109, Darmstadtium Ds-110 und schliesslich Roentgenium Rg-111 - sind gar ganze Kapitel gewidmet, womit der Leser die originalen z.T. abenteuerlichen GSI-Entdeckungsreisen Schritt für Schritt nachvollziehen kann.Das instabile (= radioaktive) Element mit der Ordnungszahl 111 wurde übrigens erst neulich d.h. am 17. November 2006 von der IUPAC (= International Union of Pure and Applied Chemistry) offiziell auf den Namen Roentgenium getauft um, längst fällig, den berühmten deutschen Wissenschaftler zu ehren. Das Element 111 ist damit aktuell (Stand: 9.10.2007) das schwerste Element mit einem offiziellen Namen, welcher ausschliesslich und international gültig von der IUPAC verliehen wird.Wie berichtet, entstand Rg-111 durch Kernfusion aus Nickel und Bismut, dem schwersten nicht radioaktiven Element. Mit Hilfe eines Teilchenbeschleunigers wurden Nickelatome auf hohe Geschwindigkeiten gebracht und dann mit Bismut-Atomen beschossen. Das neue Element Roentgenium entstand folglich gemäss folgender Formel: 64-Ni + 209-Bi => 272-Rg + 1 Neutron.Die 1994 total drei erzeugten Roentgenium-Atome existierten im Darmstädter GSI-Labor des 12-köpfigen Teams von Prof. Sigurd Hofmann nur grad wenige Millisekunden (1 ms = 1/1000 s).Das Element 111 bildete damit zum Stand der Buchveröffentlichung 1996 das vorläufige Ende des Periodensystems. Dem GSI gelang die Herstellung von insgesamt sechs der schwersten Elemente, deren Herstellungsgeschichte detailliert nachgegangen wird. Es sind dies die z.T. von der IUPAC bereits benannten Elemente107 (= Bohrium, nach dem dänischen Physiker Niels Bohr),108 (= Hassium, lat. für Hessen, Bundesland von Darmstadt),109 (= Meitnerium, nach der österreichischen Physikerin Lise Meitner),110 (= Darmstadtium, lat. für Darmstadt, Sitz der GSI),111 (= Roentgenium, nach dem deutschen Physiker Wilhelm Conrad Roentgen) bis zum noch namenlosen Element112 (= vorläufig Ununbium, dem Zahlenwort für 112).Sämtliche Experimente müssen übrigens von unabhängiger Stelle, also von mind. einem Konkurrenz-Forschungslabor überprüft & einwandfrei bestätigt, sowie die Herstellmethode verifiziert werden. Erst dann gilt der Nachweis eines neuen Elements als erwiesen. Bis zur definitiven Namensgebung durchläuft das Verfahren jedoch noch Jahre weiterer Abklärungen und Nachforschungen.Inzwischen gelang dem amerikanisch-russischen Forscherteam JINR (= Joint Institute for Nuclear Research in Dubna/RUSSIA) die mehrmalige Synthese und Charakterisierung (weniger Atome) der Elemente 113 (= vorläufig Ununtrium) und 115 (= vorläufig Ununpentium), sowie die künstliche Herstellung eines Atoms des bis dato schwersten Elements, des Edelgases 118 (= vorläufig Ununoctium benannt), welches grad mal eine Millisekunde (1 ms)nachzuweisen war.Mit ihren Versuchen fahnden die GSI- & JINR-Grundlagenforscher u.a. nach der sog. "Insel der Stabilität" im Periodensystem, einem Bereich, in dem vergleichsweise langlebige superschwere Elemente vermutet werden.All dies und ungeheuer viel mehr an fundierten Informationen & Mitteilungen aus dem GSI-Forschungsalltag, wo sich neben den harten Facts gerne mal "nur" Gerüchte & Legenden jagen, machen dieses Buch so lesenswert, wie lehrreich. Jedem neugierigen Naturwissenschafter, Gymnasiallehrer und Wissbegierigen wärmstens ans Herz gelegt. Wobei aktuell die Suche nach der Originalausgabe dieses Buches, vermutlich in einem wissenschaftlichen Buchantiquariat, in tadellosem Zustand, also neuwertig, den Vorspann zur Lektüre ja nur noch aufreibender gestaltet, viel Glück dabei!11 Jahre nach Veröffentlichung im ausgedienten Facetten Vieweg-Verlag wäre dieser Jagd nach den schwersten Elementen (ab 111) unbedingt eine aktualisierte Neuauflage zu gönnen, vorzugsweise um ein paar Kapitel von den JINR-Jungs geschrieben, ergänzt. Allerdings kann man auch getrost noch ein paar Jahre auf dieses Teil warten, währenddessen die Elemente bis 120 endgültig benamst werden - den fünften Stern kriegt dann diese Neuauflage!So, oder so, dieses Buch ist eine wahre Bereicherung für jeden naturwissenschaftlich Belesenen. Viel Spass damit, db