Read Prinz Max von Baden: Der letzte Kanzler des Kaisers by Lothar Machtan Online

prinz-max-von-baden-der-letzte-kanzler-des-kaisers

Deutschland im Herbst 1918 Der Erste Weltkrieg geht zu Ende, auf den Stra en tobt die Revolution Am 9 November, zwei Tage vor dem offiziellen Waffenstillstand, verk ndet der deutsche Kanzler Prinz Max von Baden die Abdankung des Kaisers und besiegelt damit das Ende der Monarchie Wer war dieser Max von Baden War er der legere Grandseigneur liberaler Pr gung und Philanthrop, als den ihn Golo Mann beschrieb Aber wie vertr gt sich das mit seinen intensiven Kontakten zum Bayreuther Wagner Kreis und insbesondere zu dem Rassenideologen Houston Stewart Chamberlain Und wie passt Kurt Hahn ins Bild, der enge Freund und Berater aus dem Berliner j dischen Gro b rgertum, mit dem der Prinz sp ter das reformp dagogische Internat Schloss Salem gr nden sollte Weltoffen und friedensbereit schien Max von Baden am Ende des Ersten Weltkriegs, doch zugleich war er ein schroffer Gegner von Parlamentarismus und Demokratie Er lebte standesbewusst aristokratisch, doch als Homosexueller auch jenseits der damals herrschenden Konventionen Auf der Basis reicher, hier erstmals erschlossener Quellen erz hlt Lothar Machtan die faszinierende Geschichte einer historischen Figur voller Widerspr che eines f rstlichen Lebens, dem nichts Menschliches fremd blieb und er ffnet damit zugleich einen neuen Blick auf eine Epoche im Stadium ihres Zerfalls....

Title : Prinz Max von Baden: Der letzte Kanzler des Kaisers
Author :
Rating :
ISBN : 3518424076
ISBN13 : 978-3518424070
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Suhrkamp Verlag Auflage 1 21 Oktober 2013
Number of Pages : 363 Pages
File Size : 782 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Prinz Max von Baden: Der letzte Kanzler des Kaisers Reviews

  • C.v.B.
    2018-11-17 11:50

    Eine sehr gute wissenschaftliche Aufarbeitung des Lebens und des Umfeldes des Max von Baden. Sehr gelungen, sehr zu empfehlen, sehr lesenswert.

  • M. Lehmann-Pape
    2018-11-14 11:33

    „Schon im Urteil seiner Zeitgenossen stellt der Reichskanzler Max von Baden, Thronerbe des Hauses Baden, eine umstrittene Erscheinung dar“.Eine Reibung in und um die Person herum, eine Ansammlung „nervöser Eigenarten“, eine Einschätzung, die von „liberal“ bis „stockkonservativ“ reicht, vom „Totengräber der Monarchie in Deutschland“ oder als „Friedensstifter“ nach dem Desaster des ersten Weltkrieges. Das ihn körperlich und seelisch „im Elend“ zurückließ zunächst.Nicht ganz einfach fassbar ist dieser Max von Baden also weder in seiner politischen Bewertung noch in seiner persönlichen Einordnung.Machtan betrachtet diese Divergenzen mit einem Schwerpunkt auf diesem Bereich der „nervösen Person“ und führt vieles an dieser „Unausgeglichenheit“ auf die Homosexualität des Politikers zurück, die in seiner Zeit höchst diskret behandelt werden musste, die ihn einerseits erpressbar machte (in den oberen Kreisen war diese seine Neigung bekannt), die ihn andererseits in eine Lebensform zwängte, die ihm nicht lag und die ihn, zu guter letzt, aber auch zu einem hochwachen Beobachter und Betrachter des Geschehens machte.Neben dieser persönlichen Betrachtung stellt Machtan eine sachliche Grundfrage in den Mittelpunkt seiner Darstellung.„War der letzte Kanzler des Kaisers nun ein Mann des untergegangenen oder des aufgehenden Jahrhunderts – oder beides?“.Wobei der Leser nach der Lektüre dieser Biographie durchaus differenziert sich wahrscheinlich dem „Beides“ dieser Grundfrage zuwenden würde, auf diesem Weg aber zudem eine schillernde Persönlichkeit (neu) entdeckt und eine „Zeitenwende“ in dieser Person des Max von Baden noch einmal miterlebt. Gesammelt in der weitgehend hoch konservativen Haltung und Prägung des letzten Reichskanzlers, der dennoch politisch die „Zukunft“ in den Blick nehmen musste (und mitbestimmte). Der diese später politische Haltung auch in seiner privaten Persönlichkeit zwischen konservativem Familienbild und eigener, sexueller Präferenz mit in sich trug. Der zunächst durchaus für wich warb, aber beim Kaiser nicht ernsthaft in Betracht gezogen wurden, dann aber als „politisch zweckdienlich“ als Kompromisskandidat bestimmt wurde. Nicht ohne umgehend den Versuch des Kaisers zu erleben, ihn „eng zu führen“. Und Max von Baden war „kein Mann der Widerworte“.Ein „vitaler Drang nach einem selbstbestimmten Leben“ (die sich späterhin auch Bahn brach in der Gründung des Internats „Schloss Salem) in Kollision mit „den Anforderungen seiner hochadligen Welt“. Eine Reibung, die durchaus korrespondiert mit der starken sittlichen „Befreiung“ nach dem ersten Weltkrieg in den 20er Jahren und der „Feier der Moderne“ in jener Zeit, die das alltägliche Lebensgefühl mehr und mehr beeinflusste und veränderte.So stellt diese Biographie mitsamt einiger gewichtiger Interpretationen Machtans ein schillerndes Lebensbild eines Mannes dar, der innerlich schwer an seiner sexuellen Neigung trug, einen hohen kompensatorischen Preis für sein „Funktionieren“ in der althergebrachten Tradition zahlte (mitsamt so „modernen“ Versuchen des Ausweges wie einer Paartherapie), der daneben aber auch die „Moderne“ mit gestaltete (und in sich trug, ohne diese jemals im eigenen Leben wirklich umsetzen zu können).Eine Biographie, die trotz des teils trockenen Stils doch beredt von einer inneren wie äußeren Zeitenwende kündet, die das gesamte gesellschaftliche Gefüge einer jahrhundertealten Tradition in wenigen Jahren wie wegwischte.Eine sehr empfehlenswerte biographische und historische Lektüre.

  • Amazon Kunde
    2018-11-21 08:36

    Wenn man sich überhaupt für diese historischen Themen interessiert, dann auch noch für die Biographie einer einzelnen, aber wichtigen Figur an entscheidender Naht weg von der Monarchie, hin zu anderen Regierungssystemen, ist das Ergebnis von Lothar Machtan's Forschungen äußerst interessant. Vor allem die sehr eingehende Beschreibung der Psychologie dieses von inneren Zwiespälten bewegten Mannes als Begründung und Vorschau späterer Verhaltensweisen ist nicht nur wichtig, sondern auch sehr lesenswert. Überhaupt liest sich dieses Buch bei aller Geschichtlichkeit spannend und gleicht mehr einem unterhaltsamen Gespräch, als einer trockenen Abfolge von Lebensstationen! Außerdem gibt es natürlich einen großartigen Einblick in das politische Rahmengeschehen und einen der wohl nachhaltigsten Umbrüche in der neueren deutschen Geschichte!

  • J. Fromholzer
    2018-11-27 08:56

    Lothar Machtan hat nicht nur eine sehr romanhafte Biographie über PRINZ MAX VON BADEN geschrieben (wie man schon ausführlich in der SZ lesen konnte), er hat einen Geschichtsthriller geschrieben, der die Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Da die Figur des PRINZ MAX VON BADEN nicht so bekannt ist, wie andere Figuren der deutschen Geschichte, hatte der Autor hier wesentlich mehr Freiraum, als z.B. ein Goethe-Biograph hat. Das merkt man auch an den Anmerkungen, die hier im Anhang untergebracht sind. Der Hinweis auf die Anmerkungen ist - in diesem Fall - lediglich eine Einladung, sie zu lesen, mehr nicht. Bei anderen Biographien ist es oft essentiell erforderlich, das zu tun, um dem Geschehen weiter folgen zu können. Nicht hier bei Lothar Machtan. Somit steht dem zügigen Lesen dieses Geschichtsthrillers nichts mehr im Wege.Lothar Machtan beginnt am Anfang des 19. Jahrhunderts mit seiner Biographie, holt weit aus, tief in die Familiengeschichte hinein (Kaspar Hauser !) und geht dann chronologisch durch das Leben von Max von Baden. Auf der einen Seite die äußerst privilegierte Situation als wohlhabender Adeliger, auf der anderen Seite, die Verpflichtungen, die damit einher gehen. Vor allem die Familiengründung stellt für den homosexuellen Max ein Problem dar, das sich über viele Jahre erstreckt. Hin und wieder streut Lothar Machtan launische Bemerkungen des deutschen Kaisers ein, der - inoffiziell - nicht viel hielt von Max. Nur der Schein mußte stimmen............... dass dann am Ende des 1. Weltkriegs diese Gesellschaft verschwandt nimmt der Leser zur Kenntnis, ohne Bedauern. Besonders spannend schildert der Autor die letzten Stunden von Prinz Max in Berlin am 09. November 1918 und seine Flucht mit - einem Sonderzug ! - aus der Hauptstadt. Immerhin bekam er noch einen Sonderzug.Fazit: eine der besten Biographien dieses Jahres.( J. Fromholzer )