Read Die verlorenen Bücher der Odyssee: Roman by Zachary Mason Online

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Es k nnte auch alles ganz anders gewesen sein Odysseus entscheidet sich gegen den Bau des Trojanischen Pferdes Polyphem, der b sartige Zyklop, ist ein sanftm tiger Riese Penelope, des Wartens m de, hat l ngst einen anderen geheiratet oder aber Als der Held endlich im heimatlichen Ithaka angekommen ist, langweilt er sich bald so sehr, da er erneut die Segel hi t In seinem hochgelobten Deb troman erfindet Zachary Mason Homers Epos vom listenreichen Odysseus und seinen Irrfahrten ganz neu Spielerisch packt Mason den Klassiker, stellt ihn auf den Kopf und pr sentiert einen frischen, zeitgen ssischen Roman ber die Reise eines Mannes zu sich selbst Und schafft dabei mit leichter Hand die Illusion, da dieses Buch der verlorengegangene Urtext von Homers Meisterwerk sein k nnte Mason ist ein wunderbar am santes, kluges und wagemutiges Buch gelungen, das den postmodernen Erz hlungen von Jorge Luis Borges und Italo Calvino in nichts nachsteht....

Title : Die verlorenen Bücher der Odyssee: Roman
Author :
Rating :
ISBN : 3518422936
ISBN13 : 978-3518422939
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : Suhrkamp Verlag Auflage 1 16 April 2012
Number of Pages : 586 Pages
File Size : 765 KB
Status : Available For Download
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Die verlorenen Bücher der Odyssee: Roman Reviews

  • Ursula Heimann
    2018-11-07 03:05

    Diesem "Roman", der keiner ist, ging sehr viel Lob voraus. Der Verlag warb mit dem Urteil der New York Times, das Buch sei atemberaubend und hypnotisch und dem Statement von The Times Literary Supplement, es handle sich um die aufschlussreichste, brillanteste Prosabegegnung mit Homer seit James Joyce. Das erweckte große Erwartungen. Ich hatte jedoch beim Lesen den Eindruck, dass das Buch durch die vielen Lobeshymnen überschätzt wird. Ein Unterhaltungsgenuss ist es auf keinen Fall, das Lesen artet eher in Arbeit aus, denn der intensive Leser bemüht sich bei jeder Episode, herauszufinden, um welche Dinge, Mythen und Personen es im Original geht, die Mason in seinem Sinne variiert. Das ist zum Teil originell und witzig, mitunter aber auch recht an den Haaren herbeigezogen. Ich habe den Text mit Staunen, aber nicht atemlos gelesen.

  • Jernigan
    2018-10-23 00:51

    Es hätte auch ganz anders sein können. Der US-Amerikaner Zachery Mason erzählt in seinem Debütroman „Die verlorenen Bücher der Odyssee“ von Begebenheiten, von denen Homer nichts wusste. Da ist Odysseus mal ein Feigling, mal ein alter müder Mann oder gleich im Gespräch mit sich selbst.Spektakulär beginnt Zachery Masons Debütroman „Die verlorenen Bücher der Odyssee“: Nach zehnjährigem Trojanischen Krieg und weiteren zehn Jahren des Herumirrens kehrt Odysseus endlich heim nach Ithaka, zurück zu seiner Familie. Seine Frau Penelope ist alt geworden, „breiter um die Hüften, mehr Grau als Schwarz im Haar, die Haut um die Augen von feinen Runzeln gezeichnet.“ Doch was Odysseus bis ins Mark trifft, ist nicht die verflossene Schönheit seiner Frau. Penelope, die die Hoffnung auf eine Wiederkehr ihres Mannes vor Jahren schon aufgegeben hat, hat wieder geheiratet, einen auch schon älteren Mann, keinen Krieger wie ihn. Damit hat der Held nicht gerechnet, er ist fassungslos und rettet sich in eine „Offenbarung“: falsche Insel, falsche Frau, falscher Film, alles sei eine „böswillige Täuschung einer rachsüchtigen Gottheit“. Und weg ist Odysseus.Ein präptolemäisches Papyrus aus OxyrhynchosInsgesamt 44 Texte, Miniaturen von einer Seite bis zu längeren Szenen von 20 Seiten, bieten „Die verlorenen Bücher der Odyssee“ auf. In einem kurzen Vorwort verweist Zachery Mason auf einen Papyrus, „der in den staubtrockenen Abfallhügeln von Oxyrhynchos ausgegraben wurde“ und der die Grundlage für die „Verlorenen Bücher“ sei. Ein postmodernes Spiel, eine fiktive Herausgeberschaft samt einer obskuren Quelle, eine „vorliegende Übersetzung“, die natürlich keine ist. Wobei Oxyrhynchos, südlich von Kairo gelegen, existiert und weltberühmt ist als Ausgrabungs- und Fundort allerhand antiker Texte vom Thomasevangelium bis hin zu Euklids „Elementen der Geometrie“. Dieses Spiel mit der Herkunft und der Quelle, dem mündlichen Überliefern und den Variationen, die mündliche Überlieferungen mit sich bringen, zieht sich durch das gesamte Buch.Im 14. Text, schlicht „Fragment“ genannt, beginnt Odysseus, Geschichten über seinen Listenreichtum zu erfinden. Mit der Wirkung, „dass eine seiner Lügen, mit kleinen Abwandlungen, zur Odyssee Homers wurde.“ Im zentralen Stück des Buches, dem 18. Text „Die Ilias des Odysseus“, lässt Mason den vermeintlichen Helden in Ich-Form die ganze Geschichte um Troja und die Rückreise nach Ithaka rückblickend selbst erzählen. Es beginnt mit einem irritierenden ersten Satz, der schon einmal klar macht, dass das vorherrschende Bild von Odysseus als Krieger und Held falsch ist: „Ich habe mich oft gefragt, ob wohl alle Männer solche Feiglinge sind, wie ich einer bin.“Ein Mythos wird demontiertOdysseus ist hier kein großer Krieger, im Gegenteil. Er versucht alles, um nicht nach Troja ziehen zu müssen, und täuscht einen epileptischen Anfall vor. Doch Palimedes sieht darin einen „Anhauch der Götter“. Auch der große Krieger Laon hätte an derselben Krankheit gelitten. Also muss Odysseus als eine Art Glücksbringer mit. In dieser Variante ist Odysseus der Einzige, der die Sinnlosigkeit der Belagerung von Troja erkennt. Die großen Krieger wie Achilleus und der König Agamemnon sind eher tumbe Toren als Helden, das ganze Soldatenleben ist Odysseus suspekt und zuwider: „Das Lager roch nach ungewaschenen Männern, was übel genug war und durch betrunkene Soldaten, die keine dreißig Schritt zu den Latrinengräben mehr wandern konnten, nicht besser wurde. Offenbar stieß nur ich mich an dem Gestank – die anderen sogen ihn wie Parfümhauch in sich ein.“ Odysseus verschwindet schließlich, um fortan als fahrender Sänger sein Glück zu versuchen. Bei seiner Rückkehr nach Ithaka erfindet er dann seine berühmte Irrfahrt. Doch für uns, den Leser, resümiert er wie folgt: „Soweit ich gesehen habe, und ich habe viel gesehen, gibt es weder Götter noch Geister oder so etwas wie Zauberinnen, doch offenbar bin ich der Einzige, der das weiß.“Amüsement und VerwirrungWährend der Lektüre der „Verlorenen Bücher der Odyssee“ möchte man auch gerne ‚das Original‘ wieder studieren. Wie war das noch einmal mit dem Meeresungeheuer Skylla? Was sangen die Sirenen? Was ist mit Telemachos, dem Sohn des Odysseus‘, passiert? War Agamemnon, der König von Mykene, wirklich so ein störrischer Griesgram? Eine wohlige Verwirrung verbreiten die „Verlorenen Bücher“. Was auch daran liegt, dass etliche Texte dunkel-poetisch, teils kafkaesk sind. Und das Buch Inter- und Hypertextualität für den intellektuellen Leser mitliefert, ohne dabei je zu theoretisieren oder gar zu langweilen. Das einzige, was fehlt, ist der Faden der Ariadne, um aus diesem Buchlabyrinth wieder hinauszufinden.

  • Thomas Nossen
    2018-11-08 23:47

    Homer oder nicht Homer? Das war hier nicht die Frage. Und, wie ich finde, sie wurde gut beantwortet. Und nun ist meine Verwirrung komplett. Kompletter aber noch wenn ich mich frage, ob ich Humor (nicht Homer) habe.

  • Hauke Reddmann
    2018-10-17 21:58

    Also, zunächst gehört dem Waschzettelschreiber von Scyllas Unterteil gehörig ins οπίσθια gebissen. Amüsant, pah. Rick Riordan ist amüsant. Mason ist literarisch, und billige Ablacher hätten den Gesamteindruck versaut. Gewagt, ha! Alternativgeschichte gibt es reichlich, Alternativmythologie nicht ganz sooo sehr, aber immerhin konnte ausgrechnet das hohle Bein mit seiner Hagen-von-Tronje-Umdichtung durchaus überzeugen, so ein Wagnis kann es also nicht sein. Was dabei rauskommt, wenn falsche Erwartungen geweckt werden, sieht man ja bei meiner Kollegin. Dann wecke ich mal die richtigen Erwartungen. Ich selbst erwartete nämlich nicht viel mehr als ein paar Umwertungen der Charaktere (Hagen gut, Siegfried böse, das hohle Bein a.a.o.), vielleicht noch der Motive. Aber Mason geht weit darüber hinaus. Stellenweise lappt es ins Borges- bzw. Calvinomäßige. Eigentlich habe ich das Teil sogar viel zu schnell weggelesen, um den Stil richtig zu würdigen. Und müßte mir auch noch mal das Original reinziehen (auch die beste Übersetzung kann Stil nur annähern). Fünf Sterne, beim Zeus!