Read Die weißen Inseln der Zeit: Lektüren, Orte, Bilder. by Hanns-Josef Ortheil Online

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Von magischen Momenten an ungew hnlichen OrtenHanns Josef Ortheil erz hlt von den Orten seines Lebens Er berichtet von fesselnden Lekt ren, von Bildern und Kl ngen, die ihn verzaubert haben Vor unseren Augen l sst er ein Selbstportr t entstehen, das ihn als einen Enthusiasten der Kunst und als einen Entdecker zeigt, der unser Leben auf seine verborgenen Kr fte hin untersucht Die Taschenbuchausgabe ist vom Autor um wichtige Texte erweitert worden, die seit der gebundenen Ausgabe des Buches erschienen sind und f r einiges Aufsehen gesorgt haben....

Title : Die weißen Inseln der Zeit: Lektüren, Orte, Bilder.
Author :
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ISBN : 3442747201
ISBN13 : 978-3442747207
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : btb Verlag 14 Oktober 2013
Number of Pages : 352 Seiten
File Size : 965 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Die weißen Inseln der Zeit: Lektüren, Orte, Bilder. Reviews

  • Christoph Müller
    2019-01-14 12:55

    Eine literarische Begegnung mit Hanns Josef Ortheil zu wagen bedeutet in jedem Falle, sich auf den ihm eigenen Rhythmus einlassen zu wollen. Es hat zur Folge, sich auf das Gegenüber empathisch einzulassen. Für das Buch „Die weissen Inseln der Zeit“ gilt dies in besonderem Maße. Denn die Tatsache, dass Ortheil eine Vielzahl von Essays gesammelt hat, sorgt dafür, dass viele persönliche Themen Ortheils angesprochen werden und gleichzeitig die literarische Tiefe sichtbar wird.Blicken wir einmal auf die Musik, die in Ortheils Kindheit sein Medium der persönlichen Mitteilung gewesen ist, als er noch nicht zum Sprechen und Kommunizieren gekommen war. Er zeichnet lebendig den Weg nach, den er von seinem Musiklehrer Erich Forneberg aus genommen hat. Die jugendliche Liebe zur Musik Robert Schumanns wird mehr als offensichtlich. Die Empfindsamkeit des jungen Ortheil fasst er beeindruckend zusammen: „ … der Klavierraum ist der Raum der äußersten, empfindlichsten Stille, den das Kind schon aus Not immer dann betritt, wenn es sich vollkommen zurückziehen und sicher sein will.“ (184)Einen guten Musiker macht aus, wenn er sich instrumental darauf einstellen kann, wie der Chor singt. Umgekehrt gelingt dies eigentlich nicht. Der Leser des Ortheil-Buchs hat eine vergleichbare Leistung zu bringen. Er muss sich auf den Klang Ortheils einstimmen, sonst schafft er es nicht, das literarische Treiben Ortheils wahrhaftig zu würdigen. Die Emotionen des Lesers weiß er zu wecken.Das Schreiben Ortheils hat in der Regel eine starke biographische Färbung. So fühlt sich daheim, wer selber seine Wurzeln im Rheinland hat. Ortheil erzählt von seinem Verhältnis zum Kölner Dom. Unter anderem schreibt er: „Beten können im Dom die wenigsten; er eignet sich einfach nicht für Bitten oder Bekenntnisse, die verschluckt der gewaltige Raum wie nichts ...“ (34) An anderer Stelle: „Es fällt schwer, sich im Dom länger aufzuhalten, denn, kaum eingetreten,hat uns das Gebirge vollständig geschluckt. Wir stehen ausgelöscht da, es ist vorbei mit unserer Individualität, niemand fragt mehr danach.“ (33/34)Mit solchen Zeilen im Hinterkopf geht man anders in eine der größten Kathedralen der Welt. Diese Erfahrung hat man auch nach Ortheils Überlegungen und Erinnerungen zum Karneval. Sein Karneval sei etwas anderes als der Prunkkarneval großer Auftritte und Säle. Er schleiche in kleinen Umzügen durch die Nachkriegsstraßen, er lodere in den kölschen Kneipen und Wirtschaften vor sich hin. Manchmal habe er eine ernste und melancholische Seite, so Ortheil.Der Karneval gebe der Mentalität der wahren Kölner, ihrer Freude am Spiel, ihrem Wortwitz, ihrer Fähigkeit, den Alltag leicht zu nehmen, erst den angemessenen Raum und eine improvisierte Bühne, meint Ortheil. Irgendwie hat man während der Lektüre den Eindruck, dass er selber dies verinnerlicht hat. Denn Ortheils Texte wirken wie ein Balancespiel zwischen dem Ernst des Lebens und der Heiterkeit, die der Alltag erfahren sollte.Ortheils Buch „Die weissen Inseln der Zeit“ lassen tiefe Blicke in die Seele des Erzählers Hanns-Josef Ortheil zu. Sich in diesen wiederzufinden, macht eine besondere Freude. Überhaupt bietet er an, sich mit ihm als Lesendem, als Schreibendem, einfach als Erkundendem zu erleben. Genau dies macht die Lektüre zu einem großen Erlebnis.

  • None
    2018-12-26 17:13

    Seit ich Hanns-Josef Ortheils wunderbaren Italien-Roman "Die große Liebe" gelesen habe, interessiere ich mich auch für den Autor. In "Die weißen Inseln der Zeit" erzählt er auf sehr anrührende und bewegende Weise von den Orten seines Lebens, von seiner Jugendzeit als Pianist und vor allem davon, wie er zu seiner hoch melodiösen und mich als Leserin verzaubernden Sprache fand. So entsteht für mich ein sehr detailliertes Bild seiner Person, seines Fühlens und Denkens. Selten habe ich von einem Schriftsteller eine so unmittelbaren Einblick in sein Empfinden, aber auch in seine Werkstatt erhalten. Oft konnte ich mich nicht losreißen von diesem Buch, manche Geschichten verfolgten mich tagelang. Kann ein Buch stärker wirken?

  • Bella Kaul
    2019-01-17 19:22

    In "Die weißen Inseln der Zeit" öffnet Hanns-Josef Ortheil seine Werkstatt und läßt die Leserin/den Leser Einblick nehmen in die biographischen und autobiographischen Hintergründe seiner großen Romane. Daneben erfährt man aber auch, wie er liest, hört, sieht, welche Bücher er besonders mag, das Buch ist voller Empfehlungen und voll von einem großen Lebens- und Lektüre-Enthuasiasmus, der schon bald auf einen überspringt. Mir hat es große Freude gemacht, mich von diesem Cicerone führen zu lassen, Entdeckungen habe ich schon in großer Fülle gemacht.

  • None
    2019-01-07 15:57

    Etwas langweiligeres als dieses Buch durfte ich bisher noch nicht lesen. Ein Pathos aus narzistischen, pseudomelancholischen und arroganter "Schöngeistigkeit". Ortheil scheint sehr viel von sich zu halten, mit tiefster Innigkeit und Überzeugung erzählt er von seinem Genie und Werdegang zum großen Schriftsteller der Postmoderne.Ein Buch was höchsten Hanns-Josef Ortheil selbst interessieren dürfte.

  • None
    2018-12-24 12:00

    Tatsächlich könnte man von Ortheil einiges mehr erwarten, als diesen schnöden Schmöker. Handwerklich sicherlich nicht diletantisch, erscheint mir jedoch die Thematik dieses Buches etwas abgedroschen. Vielleicht hätte Ortheil, bei allem Respekt vor diesem ansonsten beachtlichen Schriftsteller, dieses Werk in dem Stapel Tagebuchaufzeichnungen lassen sollen, aus dem es scheinbar geboren ist.