Read Die Mutter meiner Mutter by Sabine Rennefanz Online

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Als der Krieg zu Ende war, fing f r die 14 j hrige Anna der Kampf erst an Ihre Mutter tot, ihr Vater von den Russen verhaftet Sie fl chtet nach Westen in ein Dorf in der sowjetischen Besatzungszone 1949 kehrt Friedrich Stein aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zur ck, ein gebrochener Mann Eines Abends berf llt er Anna auf dem Dachboden des Hauses, sie wird schwanger Man zwingt Friedrich, Anna zu heiraten Das ganze Dorf wei von dem Verbrechen, die Kinder aber sollen nie davon erfahren Auch nach Friedrichs Tod h lt Anna ihr Schweigen aufrecht Warum Und was macht die Wahrheit mit den T chtern und Enkelinnen, als sie sie schlie lich erfahren...

Title : Die Mutter meiner Mutter
Author :
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ISBN : 9783442715404
ISBN13 : 978-3442715404
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : btb Verlag 11 September 2017
Number of Pages : 256 Seiten
File Size : 584 KB
Status : Available For Download
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Die Mutter meiner Mutter Reviews

  • Gabriele Sauerland | communicanis
    2019-04-18 11:05

    Das Wichtigste zuerst:ein berührendes Buch, dass absolut lesenswert ist.Der Autorin geht es wie vielen aus der Generation 1950 - 1960, es gibt Lücken in der Biographie unserer Eltern und Großeltern, Lücken, die uns beschäftigen.Fragen blieben unbeantwortet und irgendwann ist es zu spät, um zu erzählen.So bleibt die Generation 'danach' allein mit ihren Vermutungen.Nicht beantwortete Fragen geben reichlich Raum für Spekulation.Was war, was hat meine Eltern und Großeltern geprägt, was haben sie erlebt ?Sabine Rennefanz schildert in beeindruckender Weise die Geschichte der Mutter ihrer Mutter.Sie zeigt auf, welche Lebensgeschichte hinter der scheinbar unnahbaren, verschlossenen Großmutter steht.Eine Lebensgeschichte die berührt und bewegt und motiviert nicht zu urteilen oder gar zu verurteilen, sondern zu fragen.Zugleich sollte sie die Generation der Eltern und Großeltern ermutigen ihre Erlebnisse nicht zu verschweigen.Denn ihre Kinder und Enkelkinder sind es, die wenn auch unbewusst mit der Belastung weiterleben und so die Verstrickung nicht auflösen können.Ein lesenswertes Buch, dass nachdenklich stimmt und in einer Zeit der zunehmenden Flüchtlingsbewegung aktueller denn je wird.

  • Ulrike G.-K.Amazon Kunde
    2019-04-16 11:17

    Sabine Rennefanz erzählt die Geschichte ihrer Großmutter Anna, die nach dem Krieg als Heimatvertriebene in einem kleinen Ort in der sowjetischen Besatzungszone landet, den sie nie mehr verlassen sollte, obwohl er ihr zu keinem Zeitpunkt ihres Lebens zur Heimat wurde.Die Enkelin erinnert sich an die Großmutter als harte Frau, die nie Nähe zuließ, und von ihrer Mutter, Annas Tochter, weiß sie, dass sie auch als Mutter nicht dem landläufigen Ideal entsprach, denn sie schlief gerne lange, kochte nicht für ihre Kinder und ließ sie nicht selten schmutzig zur Schule gehen. Das Verhältnis zu ihr blieb distanziert!Der Großvater jedoch, Annas Mann, treusorgend er, wurde nicht nur von seinen Töchtern verehrt sondern auch die Enkelin hat ihn in liebevoller Erinnerung. Bis eines Tages, bereits nachdem der Großvater gestorben war, der Mutter der Autorin Ungeheuerliches über den geliebten Vater zu Ohren kommt, das sie sehr zögerlich mit ihrer Tochter teilt und das diese die Vergangenheit der Großeltern in einem neuen, verstörenden Licht sehen lässt...So steht also ein Familiengeheimnis im Mittelpunkt der Geschichte, dem die Autorin langsam auf den Grund kommt.Auf ihrer Spurensuche lernt sie mehr über ihre Großeltern, vor allem über ihre Großmutter, die ihrer Familie so fern und doch auf seltsame Art eine verlässliche Konstante in ihrer aller Leben war, da sie einfach immer da war.Sabine Rennefanz erfährt von Annas Jugendzeit im heutigen Polen, von der Vertreibung der deutschstämmigen Bevölkerung am Ende des Krieges, zu der auch Annas Familie gehörte, von den ersten Jahren in dem Dorf, in das es die Großmutter, ihre Stiefmutter und zwei kleine Brüder verschlagen hatte und in dem sie sich, erst vierzehnjährig, als schwerarbeitende Magd verdingen musste.Und schließlich erfährt die Autorin auch den Grund für das merkwürdig distanzierte Verhältnis der Großeltern, für ihre von gegenseitiger Abneigung, ja sogar von Hass geprägten Ehe.Doch gleichzeitig nähert sie sich der Großmutter an, die sie neu kennen- und immer besser verstehen lernt, je mehr Einzelheiten aus ihrem Leben und dem unaussprechlichen Vorfall zwischen den Großeltern ans Tageslicht kommen.Es handelt sich dabei um eine Gewalttat, die beim Leser sicherlich eine Menge Fragen aufwirft und auch Unverständnis hervorrufen mag.Wie konnte dieses Unrecht so lange vertuscht werden, wie konnte es ohne Folgen bleiben für den Schuldigen? Die Antwort ist so unspektakulär wie auf der Hand liegend und erklärt sich aus der Zeit vor 70 Jahren, als noch andere Moralvorstellungen herrschten als heute, als die Menschen, die während des Krieges und auch danach vielfach dem Tod entronnen waren, weit Schlimmeres erlebt hatten und in der das Überleben an sich wichtig war.Zudem war Anna ein ungeliebter Flüchtling, ohnehin von den Dorfbewohnern misstrauisch beäugt. Wer hätte ihr geglaubt, wär hätte ihre Partei ergriffen?Anna, das Opfer, hat nach der Vergewaltigung einfach alle Hoffnungen auf einen Neuanfang, auf ein besseres Leben begraben, hat sich zurückgezogen in ihre eigene Welt, schweigsam, unnahbar und ließ dadurch zu, dass ihr Erlebnis Schatten auch auf ihre Nachkommen warf, die von immer wiederkehrenden Ängsten geplagt werden, ja sogar die gleichen Albträumen haben.Und erst gegen Ende ihres Lebens, nachdem die Wahrheit ans Tageslicht gekommen ist und die Großmutter ihre verlorene Heimat noch einmal wiedersieht, weicht der harte Panzer auf, wird die Großmutter zugänglich und so mitteilsam, wie sie es nie zuvor gewesen ist....All dies erzählt Sabine Rennefanz in ruhiger, unaufdringlicher, undramatischer Sprache - ein Stück Gegenwartsgeschichte, deren Erinnerung es zu bewahren und auch in den folgenden Generationen aufzuarbeiten gilt.

  • Anne-Marie
    2019-04-19 11:06

    Habe dieses Buch in einem "Rutsch" gelesen. Konnte es nicht aus der Hand legen. Vielen Dank auch für die netten Grüße, die dem Buch beilagen....

  • Mademoiselle Cake
    2019-03-22 09:22

    Ich möchte vorweg sagen, dass ich nicht die Geschichte an sich bewerte, denn es ist nichts Fiktives, sondern eine persönliche Erfahrung und ich maße mir nicht an, so etwas zu bewerten.Auf das Buch bin ich durch verschiedene Stellen aufmerksam geworden: Es lief eine Leserunde dazu, ich sah immer wieder Rezensionen aufblinken und es wurde mir als Tipp dargeboten, nachdem man sah, dass ich schon sehr viele Bücher zu dem Genre "Biographien und Erfahrungen" gelesen habe.Meine Erwartungen an "Die Mutter meiner Mutter" waren sehr gering, denn gerade in diesem Genre ist für mich eine Bewertung immer sehr schwierig, da ich nicht den Menschen persönlich angreifen / bewerten möchte und auch nicht die Story, die hier dargeboten wird.Sabine Rennefanz hat für mich einen sehr klaren Erzählstil. Sie springt in den Zeiten hin und her, aber nicht so, dass ich verwirrt wurde dadurch. Es tauchen nach und nach sehr viele Namen auf, die es nicht immer leicht machten, dem Geschehen zu folgen. Das heißt, man kann sich nicht immer mal zwischendurch an die Geschichte setzen, sondern sollte schon konzentriert bei der Sache sein.Außerdem beschreibt sie Situationen so bildhaft, dass ich manches Mal dachte, ich befinde mich direkt neben der entsprechenden Person.Für mich kamen nur die Emotionen hier ein bisschen schwach rüber, was vielleicht auch daran liegt, dass die Autorin größtenteils die Geschichte ihrer Großmutter erzählt. Aber auch in den Passagen, die sie sich selbst widmet, bekam ich nichts von ihren Gefühlen mit. Das Geschehen ist für mich ein bisschen nüchtern erzählt, dabei habe ich hier große Gefühle erwartet, da es ja ein wirklich interessantes und brisantes Thema ist.Das Einzige, was Sabine Rennefanz bei mir schaffte, war, dass bei mir selbst Fragen auftauchten, die ich leider nicht mehr an entsprechender Stelle stellen kann; dass ich mir noch mehr Gedanken um die Generationen vor mir machte und mich einmal mehr fragte: "Wie hat meine Uroma gelebt und wie hat sie den Krieg überlebt?"Durch aktuelle Ereignisse ist dieses Buch vielleicht auch ein Denkanstoß.