Read Konflikte. Neue Lösungsmodelle und Strategien. by Edward de Bono Online

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Econ, D sseldorf, 1987 271 S., Pbd NaT....

Title : Konflikte. Neue Lösungsmodelle und Strategien.
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ISBN : 3430114233
ISBN13 : 978-3430114233
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : Econ Auflage 1 Aufl 1987
Number of Pages : 101 Pages
File Size : 587 KB
Status : Available For Download
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Konflikte. Neue Lösungsmodelle und Strategien. Reviews

  • Frank L.
    2018-11-30 13:24

    Sehr zu empfehlen als kleines Fernstudium aber auch als begleitendes Material z.B. bei deiner Mediatorenausbildung. Später immer wieder ein gutes Nachschlagewerk.

  • Benedictu
    2018-11-29 13:20

    De Bono hält die Argumentation als die beherrschende westliche Denktradition für zu konfrontativ und setzt dagegen die Exploration und blickt dabei in den Fernen Osten nach China und Japan.ARGUMENTATION VERSUS EXPLORATION■ Ein Explorationsidiom habe etwas mit der japanischen Sprache gemein. In der feudalen japanischen Gesellschaft voller protokollarischer Regeln, Hochachtung und Gebräuchen hätte es als äußerst schlechtes Betragen gegolten, jemandem zu erklären, er irre sich oder seine Idee sei falsch. Es hätte sogar als kriminell angesehen werden können, den Vorschlag zu unterbreiten, daß etwas verändert werden sollte. So scheine sich nie eine Angriffssprache ausgebildet zu haben.■ Nach de Bono ist ein Phänomen für die westlichen Gesellschaften von einiger Bedeutung: "Wenn die japanischen »Forscher« keine bessere Idee entdecken können, dann kehren sie einfach zu der alten Idee zurück, die ja unangetastet geblieben ist und sozusagen still auf der Weide vor sich hin gegrast hat. Man vergleiche das mit dem dialektischen Idiom, in dem die ganze Kraft des Denkens auf die Zerstörung und Diskreditierung der alten Idee ausgerichtet wird. Wenn dies erreicht und keine alternative Idee verfügbar Ist, dann bleibt die Gesellschaft im Chaos hängen, da sie ihre alte Grundlage weitgehend zerstört und ihr Denken noch nicht auf den Aufbau einer neuen gerichtet hat. Der westliche Gedanke, daß Angriff ausreichend kreativ ist, um ein Entwurfssystem zu bieten, ist völlig absurd." Das japanische System habe noch einen weiteren Vorteil. Im westlichen System könne man nicht wirklich etwas ändern, bevor man nicht irgendwie bewiesen hat, daß das Vorhandene nichts taugt. Im japanischen System dagegen sei es offensichtlich so, daß man sich etwas ansehen kann, was wirklich gut ist, um doch zu versuchen, es weiter zu verbessern. Es sei genau diese Einstellung, die japanische Qualität und die sog. Qualitätszirkel entstehen ließ.■ Gewiß sei das dialektische System des Westens für unseren technischen Fortschritt verantwortlich. Den Schlüssel zu der technologischen Entwicklung des Westens sieht er in der Idee der "Hypothese" - die Spekulation über das, was sein könnte, treibe das Denken zu weiteren Erkundungen vorwärts. De Bono schreibt: "Die Chinesen verfügten vor vielen Jahrhunderten über eine sehr fortgeschrittene Technologie. Das war eine Zeit, da die Techniker experimentierten und neue Dinge ausprobierten. Dann aber geriet alles in die Hände von Gelehrten und Akademikern, die alles erklärten und die Notwendigkeit des Experimentierens überflüssig machten. Da die Chinesen niemals die Idee der Hypothese entwickelt hatten, ging es plötzlich nicht mehr weiter. Man hat die Ansicht vertreten, der Westen habe die Idee der Hypothese entwickeln können, weil er an Gott glaube. Dies beinhalte die Auffassung, daß Gott einen uns verborgenen Plan für diese Welt habe. Eine Hypothese ist der Versuch, diesen Plan zu erraten. Die chinesische Kultur war nie theistisch, und wo es keinen Gott gab, da gab es auch keinen verborgenen Plan zu erraten - folglich auch keine Hypothesen".■ Wenn negative Haltung die wichtigste Waffe der Argumentationsmethode ist, meinte de Bono, dann ist es ihre größte Errungenschaft, recht zu haben: "Es ist nicht allzu schwer, recht zu haben. Man wählt seine Wahrnehmungen und Informationen aus, man läßt weg, was einem nicht paßt, man schleppt ein paar allgemein zweckdienliche, werthaltige Wörter herbei, man streut ein oder zwei höhnische Bemerkungen über den Gegner ein - und schon ist man ein feiner Kerl, der eine feine Rede gehalten hat. Obgleich unter dem Gesichtspunkt der Information völlig irrelevant, sind höhnische Bemerkungen ein sehr brauchbares Konfliktwerkzeug, weil man damit Wirkung erzielen kann, ohne etwas sagen zu müssen. In gewisser Hinsicht sind sie eine reine Essenz der Negation."KONTINUITÄTKontinuität ist eine Denkgewohnheit, die leicht verhindert, daß wir uns, um vorwärtszukommen, möglicherweise rückwärts bewegen und Konzepte oder Strukturen auseinandernehmen, die zu ihrer Zeit gültig waren. Ein Beispiel ist die Institution und Konzeption des Krankenhauses. Der Grund dafür, daß wir erkrankte Menschen stets in Krankenhäusern behandeln, sei der, daß im Mittelalter die Orden der Mönche und Nonnen die fürsorglichste Gruppe der Gesellschaft war. Sie lebten in geschlossenen Gemeinschaften, weshalb es ganz natürlich war, die Kranken zu ihnen zu bringen. Die entstandenen Krankenhäuser seien uns bis heute erhalten geblieben und beherrschen unsere Vorstellungen von gesundheitlicher Fürsorge. Es bestehe aber kein Anlaß zu der Annahme, daß sie unbedingt der beste Weg sind, etwa achtzig Prozent der Gesundheitsfürsorge zu leisten. Das könnte auch durch kleine Einheiten geschehen.FAZITDie grundsätzlichen Betrachtungen des Autors zur Konfliktbewältigung sind von bleibendem Wert. Es gibt zwar mittlerweile neuere und kompaktere Bücher von ihm (z.B. ), aber in diesem sind seine Darstellungen differenzierter und seine Kritik an der dialektischen Denktradition des Westens leichter nachvollziehbar. Ein empfehlenswertes modernes Buch, dessen Autoren auf de Bono Bezug nehmen, ist .