Read Nach dem Holocaust: Der Umgang mit dem Massenmord by Peter Novick Online

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Welchen Stellenwert hat der Holocaust heute Ein Beitrag zu einer aktuellen, notwendigen und schwierigen Debatte und zugleich ein Meisterwerk der Geschichtsschreibung Je weiter der Genozid an den Juden zur ckliegt, desto dramatischer und gesellschaftlich relevanter wird seine Bedeutung in der Politik, ffentlichkeit und Kultur in Deutschland, Europa und insbesondere den USA Der Holocaust ist dabei zum universalen Ma stab f r Gut und B se geworden und unterliegt gleichzeitig einer anwachsenden Ritualisierung und Kommerzialisierung Scharfsinnig, kritisch und provokant beschreibt Peter Novick diese Entwicklung, macht klar, welche Verzerrungen sich daraus ergeben und verdeutlicht, wie notwendig der sensible und unaufgeregte Umgang mit dem Thema ist und vor allem auch k nftig sein muss....

Title : Nach dem Holocaust: Der Umgang mit dem Massenmord
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ISBN : 342330877X
ISBN13 : 978-3423308779
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : Deutscher Taschenbuch Verlag 1 M rz 2003
Number of Pages : 432 Seiten
File Size : 964 KB
Status : Available For Download
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Nach dem Holocaust: Der Umgang mit dem Massenmord Reviews

  • Frank Reibold
    2018-11-10 19:15

    Das Buch gibt einen guten Überblick über das Verhältnis der USA (Staat, Gesellschaft, Organisationen) zum Holocaust und der Erinnerung an ihn. Es ist im Gegensatz zu Finkelsteins "Die Holocaust Industrie" nicht provozierend, außer man liest zwischen den Zeilen.Wie bei allen wisenschaftlichen Publikationen empfiehlt es sich, die Anmerkungen am Ende des Buches zu lesen. Diese bieten z. T. einige interessante Fakten und Zahlen.

  • None
    2018-12-06 17:31

    Es ist ein interessantes Phänomen: Bis Anfang der 60-er Jahre spielte der Holocaust in den USA praktisch keine Rolle; dann drängte er sich massiv in das Bewusstsein sowohl der Juden als auch der Nicht-Juden. In seiner fundierten und intelligenten Untersuchung spürt Peter Novick den Gründen für diese Entwicklung nach, beleuchtet den Einfluss des Kalten Krieges, der von der Holocaustproblematik als deutsches Phänomen ablenkte, sowie die Bedeutung der Staatsgründung Irsaels und der Nahostkrise, die bei den amerikanischen Juden - wenn eigentlich auch unbegründet - die Furcht vor einem weiteren Holocaust weckte, und die daraus resultierende breite pro-israelische Bewegung in den USA. Die Erinnerung an den Holocaust diene nicht zuletzt der Ablenkung legitimer Kritik an Israel. Im amerikanischen Inland fungiere die Shoah als Mittel, die jüdische Opferrolle zu pflegen und gesellschaftlich Nutzen aus ihr zu ziehen. Dies, so Novick, gelinge nicht zuletzt dank einflussreicher Juden im Medien- und Filmbusiness und eine Institutionalisierung des Gedenkens. Der These der Singularität und Unvergleichbarkeit des Holocaust erteilt der Historiker eine klare Absage. Und auch der Vorstellung, aus ihm ließen sich besondere Lehren ableiten, beurteilt er skeptisch, tritt statt dessen für eine Entsakralisierung ein. Im Gegensatz zu Finkelstein ist Novicks Buch wissenschaftlich fundiert und dürfte Anlass bieten, auch in Deutschland neu über das Holocaustgedenken, insbesondere seine möglichen Lehren und seine Vermittlung, nachzudenken. Novicks Buch ist nach Martins Walsers Friedenspreisrede ein weiterer schlagkräftiger Anstoß, sich damit auseinanderzusetzen, inwieweit der Holocaust droht, "Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung" (Walser) - oder inwieweit er es nicht längst geworden ist.

  • T. Jost
    2018-11-10 23:39

    Eigentlich muß man Norman Finkelstein dankbar sein. Warum, werden Sie sich fragen! Ist sein Buch über die Holocaust-Industrie nicht ein polemisches Produkt für die Tonne? Schon richtig, aber nur dadurch wurde eine Diskussion in Gang gebracht, in deren Verlauf dieses brillante Werk seinen Weg in die deutschen Übersetzerstuben gefunden hat.Beginnend während der Kriegsjahre (hier hätte doch etwas früher einsetzen müssen), verfolgt Novick die Entwicklung des Holocaust von einem 'Randphänomen' des Krieges zu dem zentralen und identitätsstiftenden Eriegnis der jüngeren jüdischen Geschichte. Er stellt in wissenschaftlicher Form dar, wie jüdische Führer ab den 60er Jahren im Zuge des Eichmann-Prozesses und des 6-Tage-Krieges die an ihrem Volk begangenen Verbrechen dazu benutzten, Israel gegen jedwede Kritik abzuschirmen. Ein weitere zentrale Fragestellung lautet, warum dies gerade in Amerika geschah, und nicht in Deutschland, Polen, Russland oder anderen weitaus direkter in den Holocaust involvierten oder von ihm betroffenen Staaten Europas.Alles in allem ein sehr gut recherchiertes Buch, das zwar eine rein amerikanische Debatte darstellt, aber bedingt auch für das Nachvollziehen von Entwicklungen in Deutschland (schließlich ist auch hier der Holocaust tief ins kollektive Gedächtnis vorgedrungen) taugt.Trotzdem wird keine These Novicks (wie die, daß der Holocaust nicht 'einzigartig' ist; er für die jüdische Sache 'mißbraucht' wird) jemals Eingang in die breite öffentliche Meinung finden. Zu leicht könnte die Diskussion über Novicks Thesen an deutschen Stammtischen mißbraucht werden. Zumal ja nicht die deutsche, sondern die amerikanische Entwicklung aufgezeigt wird. Dies muß auf alle Fälle beachtet werden!