Read unterwegs verloren: Erinnerungen by Ruth Klüger Online

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Was unterwegs verloren geht, bist immer du selbst Aus den Konzentrationslagern Hitlers nur durch einen glcklichen Zufall errettet, wurde Ruth Klger in den USA zur angesehenen Literaturwissenschaftlerin, selbstbewussten Feministin und international ausgezeichneten Schriftstellerin Die komplexe Beziehung zur Mutter, den beiden Shnen, die unglckliche Ehe, die Ressentiments, mit denen sie als Frau und als Jdin an amerikanischen Universitten zu kmpfen hatte, sind Themen dieser Autobiographie Hier erzhlt eine Frau, die sich ihre Muttersprache zurckerobert, die sich mit den Verlusten, die das Altern bringt, auseinandersetzt, die sich den Schatten und Visionen der Vergangenheit und der Gegenwart stellt In der Flle der berlebenszeugnisse ber den Holocaust zhlt dasjenige Ruth Klgers zu den bewegendsten, verstrendsten ein Stck Weltliteratur Ulrich Weinzierl in Literarische Welt...

Title : unterwegs verloren: Erinnerungen
Author :
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ISBN : 9783423139137
ISBN13 : 978-3423139137
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : dtv Verlagsgesellschaft 1 September 2010
Number of Pages : 240 Seiten
File Size : 569 KB
Status : Available For Download
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unterwegs verloren: Erinnerungen Reviews

  • Monika Bär
    2018-12-29 12:16

    Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt. Die Geschichte einer Frau, die als jüdisches Mädchen die Konzentrationslager überlebte und als Wissenschaftlerin in einer männerdominierten Gesellschaft in den USA Karriere machte. Eine solche Biografie härtet ab und das merkt man diesem Buch an, das erst in den USA einsetzt. Frau Klüger zitiert sich u.a. aus zwei Reden anlässlich von Preisverleihungen, die ihre sprachliche Ausdruckskraft zeigen. Ein Buch, das es nicht nur verdient gelesen zu werden, sondern das aufgehoben gehört.

  • Katzenopa
    2018-12-19 13:19

    Ruth Klügers Erinnerungen, Teil 2, wirken vordergründig sehr bitter. Und sie sind es wohl auch, zumindest teilweise.Diese Frau hat vieles er- und überlebt, aber die Probleme waren keineswegs 1945 zu Ende.Ein sehr, sehr lesenswertes Buch, aber nur in Verbindung mit Teil 1: Ruth Klüger, weiter leben, Eine Jugend.Ich habe 1952 im Nachbarhaus gelebt, ich kann mich nicht an diese Frau erinnern, weil ich damals erst 8 Jahre alt war. Aber da waren so viele "Ruth Klügers" quasi auf der Durchreise nach den USA und Palästina/Israel, die alle zusammen einen sehr tiefen, bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen haben.

  • Luise
    2019-01-08 15:08

    Ich lese jetzt dies zweite Buch und bin genauso begeistert wie beim ersten-(Weiter Leben) --aber graduell war das erste noch interessanter; ich beschäftige mich viel mit Israel etcetc und brauchte ihr Zeugnis auch....

  • Robert Fischer
    2018-12-21 08:12

    Dies ist das Buch einer bösen alten Frau. Und um nicht missverstanden zu werden: Genau das ist auch das Gute daran. Denn hier ist jemand erkennbar nicht mit sich "im Reinen", nicht gewillt, erinnerungsselig Anekdötchen zum Besten zu geben; sondern hier werden offen gebliebene Rechnungen beglichen. Da bleibt ein Hauch von Unversöhnlichem, der an manchen Stellen schwer erträglich wäre, würde die Autorin nicht sich selbst ebenso ungeschminkt präsentieren wie ihre Umwelt. Dass es vorzugsweise, aber nicht nur, Männer sind, gegen die sich ihre Wut richtet, sollte für eben diese kein Grund sein, das Buch nicht zu lesen - im Gegenteil. Denn hinter der unerbittlich scheinenden Fassade wird eine in hohem Maße verletzliche, verletzte Persönlichkeit sichtbar, deren Schicksal auch dann anrühren würde, wenn man nichts vom "Urgrund" ihrer Verletzung wüsste.

  • Elisabeth Grille
    2018-12-26 06:55

    Das Buch ist eine Fortsetzung des Bestsellers "weiter leben" von 1992, in dem Ruth Klüger ihre Kindheit und Jugend beschreibt. Sie war zusammen mit ihrer Mutter als Jüdin in verschiedene KZs verschleppt worden. "unterwegs verloren" erzählt nun die Geschichte weiter. Ruth Klüger emigrierte in den 50er Jahren in die USA, studierte Germanistik, arbeitete als Dozentin, heiratete und wurde Mutter von zwei Söhnen. Sie erzählt gleichzeitig die Geschichte ihrer Annäherung an das Nachkriegsdeutschland und die Geschichte ihres ersten Bucherfolgs.Ruth Klüger ist eine kluge, im besten Sinne eigensinnige und widerständige Dichterin, Schriftstellerin Literaturwissenschaftlerin. Literatur war als Kind ihr Rettungsanker, ihre Flucht, ein Mittel, der Wahrheit näherzukommen und gleichzeitig Mittel, diese Wahrheit in Frage zu stellen.Kein falscher Pathos, kein Zurückzucken, um des Rufs, des Prestige oder des guten Tons willen. Ruth Klüger hat ein schwaches Herz, wie wir erfahren, aber ihr Geist ist stark wie eine Löwin, weil sie hinschaut, hinspürt, analysiert und ausspricht, was sie weiß und spürt. Weil sie ihren Gefühlen (doch) traut und ihrem Wissen. Sich als Opfer nicht weiter zum Opfer machen lassen, sich nicht kleinmachen lassen, nicht alles glauben, was uns die Koryphäen glauben machen lassen wollen. Das ist es, was Ruth Klüger auf ihre sehr eigene Art, in ihrer sehr eigenen und poetischen Sprache vermittelt.Viele Rezensionen sprechen von Kränkungen, von tiefen Verletzungen und gescheiterten Beziehungen. Manche beklagen richtiggehend, wie schlecht die Männer in Ruth Klügers Erinnerungen wegkommen. Verraten diese Kommentare nicht viel davon, wie sehr man gerade in der literarischen Szene darum bemüht ist, zu glätten, zu beschwichtigen und eben nicht genau hinzuschauen? Weil es doch peinlich ist und weil eine Anklage auf uns zurückfallen würde?Es sich mit Walsers und Unselds nicht verderben zu wollen, nicht als gekränkte und verletzte alte Frau dastehen zu wollen? Mir scheint, dass viele der Rezensentinnen und Rezensenten vielleicht eine der Kernaussagen des Buches nicht verstanden haben: Verdrängung bringt gar nichts. Verdrängung entspringt der Feigheit, sich nicht unbequemen Fragen stellen zu wollen und letztlich bewirkt Verdrängung, dass sich nichts in den Köpfen ändert, keine Veränderung möglich ist. Und vielleicht wollen sich viele nicht bewegen? Wollen auf Frauen herabschauen und alte Ressentiments gegen Jüdinnen und Juden pflegen? Und was macht dieses Buch so lesenswert? Die Kraft rührt aus der Ehrlichkeit der Autorin, aus der Offenheit die Leserinnen teilhaben zu lassen an den Ambivalenzen, Kränkungen und klugen Gedanken, dem Humor, und, was die "Bewältigung" unserer Geschichte und Geschichten angeht, nicht immer in derselben langweiligen Brühe zu dümpeln. Was für ein Glück, eine so belesene, erfahrene und mutige Germanistin zu entdecken! Eine, die furchtlos auf die alten Kamellen von Thomas Mann, Kleist u.a. losgeht, uns den Kopf andersherum aufsetzt, so dass uns der plötzliche Perspektivwechsel verblüfft erkennen lässt, ja, das sind Katastrophen, die Judenfeindlichkeit in der deutschen Literatur, ja, Frauen lesen anders und ja, Männer setzen Frauen zu oft herab und wollen auch noch, dass wir darüber schweigen.Ruth Klüger will mit diesem Buch nicht nett sein. Nett, wie es vielleicht viele erwarten würden. Wie sie es selbst schreibt. Es gibt Wichtigeres!Einhellig wird im öffentlichen Leben dazu aufgerufen, die Erinnerung an den Holocaust wach zu halten. Dass aber die Überlebenden des Holocaust mit den traumatischen Erfahrungen zurecht kommen mussten und müssen, gehört das nicht dazu? Meine Empfehlung: unbedingt lesen!