Read Jahrbuch der Lyrik 2013 by Christoph Buchwald Online

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Die bedeutendsten Stimmen der zeitgen ssischen Lyrik die Klassiker von morgen heute entdeckenSeit ber drei ig Jahren l dt Christoph Buchwald regelm ig zur Entdeckungsreise durch die poetischen Sprachwelten der Gegenwart ein Zusammen mit einem Dichter im neuen Jahrbuch der Lyrik dem vielfach preisgekr nten Schriftsteller Jan Wagner pr sentiert er die neuesten, unver ffentlichten Arbeiten renommierter sowie bisher unentdeckter Autoren und l dt ein zum St bern, Entdecken, lustvollen Lesen Was passiert derzeit in der Lyrik, worauf reagieren die Autoren Wie finden Zeit und Gegenwart ins Gedicht, und hat die Gegenwartslyrik in dieser so un bersichtlich gewordenen Welt berhaupt noch Platz f r Politik, Wut, Unzufriedenheit Mit diesen Fragestellungen w hlten die beiden aus mehr als 900 Einsendungen die besten Werke aus, die in ihrer Vielfalt einen an und aufregenden Querschnitt der aktuellen deutschsprachigen Lyriklandschaft geben....

Title : Jahrbuch der Lyrik 2013
Author :
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ISBN : 9783421045737
ISBN13 : 978-3421045737
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Deutsche Verlags Anstalt 11 M rz 2013
Number of Pages : 308 Pages
File Size : 581 KB
Status : Available For Download
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Jahrbuch der Lyrik 2013 Reviews

  • Skriptor
    2019-04-06 07:54

    Neben einigen guten Gedichten enthält dieses Jahrbuch so viele spröde und verquaste Kopfgeburten mit erstunlich hoher Stilähnlichkeit trotz unterschiedlichster Autorennamen, dass ich nach der Lektüre dieses Bandes est einmal Abstand vom Kauf der nachfolgenden Jahrbücher genommen habe. Das ist zu einem zu großen Teil Elfenbeiturmlyrik der gepflegt gedrechselten Art.

  • Thomas Lawall
    2019-04-05 06:59

    Es ist schon schwierig genug, in der Hetze dieser Zeit, einzelnen Dichterinnen und Dichtern zu folgen, sich auf sie einzulassen und deren Gedankenspuren aufzunehmen. Das Leben ist zu laut, zu schnell und zu oberflächlich, und in den wenigen Minuten der Ruhe mag man sich oft nicht mit allzu "Kopflastigem" beschäftigen.Kann es deshalb möglich sein, sich gar mit 130 Dichtern auseinanderzusetzen? Reicht die notwendige Ausdauer auch noch für die knapp 50 Seiten am Schluss des Buches, die für Übertragungen weiterer 30 fremdsprachiger Dichter/innen erstmals reserviert sind?Die Antwort kann nur mit einem uneingeschränkten Ja beantwortet werden, denn wenn die Herausgeber dies konnten, sollte dies der Leser erst recht zustande bringen. Es ist jedoch keinesfalls möglich, diese Sammlung in einem Durchgang zu lesen, auch nicht in mehreren, eher in vielen ...Auffallend mag im "Jahrbuch der Lyrik 2013" sein, dass man sich mit wahrhaft Unkonventionellem auseinandersetzen darf. Kathrin Schmidt liefert in diesem Sinne mit "hölzge, strüppge" ein Beispiel der elegant-saloppen Art:"immer eine handbreit bier unterm hemd,lahmt der forstmann im holz, unterläuftdie gerüche vaporisierter nutzholztendenzen."Eine einheitliche Melodie gibt es nicht. Jedes Gedicht, jeder Vers, jede Zeile ist Ausdruck einer niemals endenden Individualität und ein Fest des Einzigartigen. Allein Zeilen wie"... Wir sind uns nur nochWorte in den Nächten, wir bleiben nur wie Echoseinem Raum, ein kaum gehauchtes Ich und Du."("Flimmern" / Matthias Göritz")rechtfertigen die Notwendigkeit für jeden Lyrikfreund, sich mit einer solchen Sammlung auseinanderzusetzen. Auch wenn es in Gedichten wie "Holz eines Tisches zu sein" (Ulrike Almut Sandig), bislang ungedachte Perspektiven zu begreifen gilt. Gänzlich neue Formen sucht und findet Christian Rosenau mit seiner Rapsodie Nr. 3: "... puppenaugentief ein stimmloses Amen ...".Mancher Versuch erscheint jedoch bemüht und verliert sich im verworrenen Dschungel des eigenen Anspruchs. Hinter allzuviel Worten ist es leicht, sich zu verstecken. Doch was zunächst nicht erreichbar scheint, darf nicht leichtfertig überlesen werden. Eines jedoch scheint dem Rezensenten, wie so oft, als schöne Regelmäßigkeit aufzufallen. Je kürzer die Zeilen und Verse sagen, was sie zu sagen haben, desto eindringlicher die Botschaft. Freude, Glück, Schmerz und Leid treffen Leserinnen und Leser unmittelbar und ungebremst.So wie Anne Dorn in ihrer schonungslosen Selbstbetrachtung "Ins Tagebuch geschrieben" über unseren ungeübten Umgang mit "tiefgreifender Freude" schreibt, oder Jan Koneffke "Dem toten Kind in einer Oktobernacht" ein Denkmal setzt, das zutiefst berührt: "... ein Kind das nie erfuhr was Sterne sind ...".Und wird es einmal zu emotional, kann ein "Verschneites Hinweisschild" (Walle Sayer) schnell Abhilfe schaffen, denn"Nach Niederlagenführen von jedem Rom ausalle Wege nach Hintertupfingen."Aber keine Angst: Ulla Hahn bringt uns kurz vor dem Zieleinlauf wieder in geordnete Bahnen zurück, auch wenn sie einem gar mehrfachen Augenzwinkern bekanntlich nicht abgeneigt ist. Sie kümmert sich verdientermaßen um "Das wahre Gedicht" und wer könnte es treffender formulieren:"... das wahre Gedichtflieht das Papier."Und sie beschließt ihre Betrachtung mit einem unerwarteten Rundumschlag, der dem Unkundigen dieser wahrhaft "göttlichen" Zeilen an dieser Stelle nicht vorweggenommen werden soll.Zwei Dichtern möchte ich hier die Schlussworte überlassen, da mir diese stellvertretend als Verbeugung vor den versammelten Kollegen weitaus geeigneter zu sein scheinen als meine eigenen. Matthias Göritz schreibt in "Dame ohne Hermelin":"Dichter sind Verwandler.Sie verwandeln die Zeichenim Mund zu Erdbeeren, Papageien,Teigtaschen, Fell. Fast alles geht - ..."Jan Kuhlbrodt drückt es in seiner Botschaft völlig anders aus, und vielleicht kann der Schluss seines Gedichtes "Wir sind" ein ebenso kurzes wie treffendes Fazit, und zugleich ein Anreiz sein, das Buch immer wieder in die Hand zu nehmen um weitere Entdeckungsreisen zu wagen:"Wir sind voller Ahnung."

  • Timo Brandt
    2019-04-12 05:16

    "Ich bin der Fisch, der zum Luftholendie obere Fläche des Wassers küsst:du siehst die Berührung, die Kreisedie sie zieht, aber mich, den Fischsiehst du nicht."(Christine Marendon)Lyrik, diese eigentlich nahste, weil am wenigsten abbildende, eher einfühlende, literarische Kunst, ist in den letzten Jahren - gerade in Deutschland - in den seltsamen Anspruch hineingewachsen, mehr beurteilt, denn gelesen zu werden. Wäre diese Praxis nicht so eingefahren, man könnte glatt verdutzt oder wütend darüber sein, könnte es bekritteln und bemängeln.Aber gerade im Angesicht dieser Tatsache ist es viel eher eine Notwendigkeit sich Büchern wie dem "Jahrbuch der Lyrik" zuzuwenden, diesem alle zwei Jahre erscheinenden Auswahlband, zusammengestellt aus Einsendungen bekannter und unbekannter Dichter, dieses Jahr von Jan Wagner und Christoph Buchwald herausgegeben. Es wird wieder Zeit Gedichte zu lesen, sie in den eigenen Fokus hinein zu lassen, sie darein zu integrieren, sich ihrer geistigen Beschleunigung auszusetzen!Auch deutsche Gedichte(-?)"Gedichte lesen zu lernen heißt nicht in erster Linie, sie eloquent und hochtrabend zu interpretieren, sondern sie irgendwie mit der eigenen Lebenswirklichkeit zu verknüpfen. Nur wer ihre vermittelnde Funktion erfährt, für den wird es sich auszahlen, Gedichte zu lesen." (Jürgen Brôcan, in einer Nachbemerkung zum "Leser")Was einem bei diesem ansonsten wunderbaren Zitat, dem ich nur bewundernd zustimmen kann, ganz leicht aufstößt, ist das kleine Wörtchen "irgendwie". Es klingt ein bisschen nach Hilferuf und es bringt einen etwas unsanft in die Realität und Umgebung deutscher Gegenwartspoesie. Einer Poesie, die uns mit Sätzen wie: "Doch in unseren Köpfen galt Flucht/ als die schwierigste Form von Nicht-Kommunikation" die Gedanken verrenkt, die uns mit ihren kleingeschriebenen Subjekten aus der eigenen Sprache reißt, die uns dann und wann Elementares und Fragmente unkommunikativ und wie Gerede um die Ohren schlägt.Soweit zu den Angstzuständen deutscher Leser, wie ich sie mir vorstellen kann und die auch nicht ganz unbegründet wären. Die deutsche Gegenwartspoesie hat ganz unbestritten die Tür hinter sich zugemacht, als sie sich in den Raum der neuen Dichtung begab und die meisten Dichter, die gefolgt sind, haben sie ebenfalls sauber hinter sich geschlossen. Im Angesicht dieser Tatsache können wir uns nur eine Frage stellen: Sind wir mutig und interessiert genug, selbst durch die Tür zu treten; sehen wir diese Geste als Abwehrhaltung oder als Anstacheln unserer Neugierde? (Natürlich liegt in dieser Frage auch der Hund in Punkto: -Warum wird Poesie mehr beurteilt, denn gelesen- bergraben)"Ich denke, einmal muss die Welt auch erfahrendass ich der Diktator binder den Träumen befiehlt wach zu bleiben."(Thomas Böhme)Ich persönlich liebe Lyrik; ich liebe das Scheue und Bestialische, das Plumpe und das Feine an ihr, da all das letztlich auf meine eigenen intuitiven Fähigkeiten hofft und mich, mich allein, auszeichnet, mit jeder Faser seiner Anspielungen, Ideem, Gedanken und Empfindungen, die ich als mein Spiegelbild oder ein Stück meiner Vorstellung empfinde - denn ein Gedicht ist dem Wesen nach zeitlich gelöst und kann in scheinbar allen Momenten des Lebens gleichsam anwesend sein oder Anwesenheit offenbaren)Und deswegen muss man den ersten Absatz dieser Rezension weit wörtlicher nehmen, als den zweiten (auch meinte ich im zweiten Teil gewiss nicht alle Dichter dieses Buches, ich zog damit nur einen Trend heraus). Worauf ich hinweisen will, ist die Diskrepanz und die Furcht, die zwischen den Lesern und dieser Anthologie steht, für die ich unbedingt werben will.Und um dies zu tun reicht vielleicht bereits dieser Satz von Asmus Trautsch: "die akkustische unschärfe der wüste umgibt uns wie ein kissen/ aus gestopfter sonne." Meine lieben Leser, glauben Sie bitte an Sätze wie diesen. Suchen Sie und finden Sie sie. Lesen sie Gedichte, lesen Sie sie als Flaschenpost, als eine Geste, die Ihnen nicht entgehen sollte.Wer die deutsche Gegenwartslyrik wirklich loben will, hat es nicht immer leicht. Die Ziffer und das Thema vieler Gedichte ist heute oft nicht mehr das Mögliche, sondern das Unmögliche, das es knapp zu unterbieten gilt. Angesichts eines schwindenden Publikums hat sich mancher Künstler (hier davon kaum einer enthalten, aber es gibt auch diesen Trend) ganz der Kunst, der "art for art's sake", der Sprache als Kontakt und Ballraum aller sich gegenzeichnenden Ausdrücke zugewandt - ein Pfad, den ich keineswegs missbillige (wer bin ich denn, das zu tun) aber auf dem ich auch nicht mehr folgen kann.Doch es gibt, und das zeigt dieses Buch mehr als viele andere, noch immer einen Unterschied zwischen einem Wort, einem Vers, der Reduktion betreibt und einem, der bloß für einen gebogenen, leicht entrückten Begriff von Bedeutung kämpft. Diesen Unterschied lohnt es sich festzustellen, denn er öffnet die Tür ins Wesen einer "zunehmenden Wirklichkeit, Wahrheit und Sinnlichkeit", wie Ted Hughes es einmal formulierte."ich weiß ja, es gilt, zwischen schlafenden zu wachen", schreibt Sünje Lewejohann und es ist dies, was dem Dichter gleichsam Macht und Problem ist."Raps, wohin das Auge schäumte, Raps[...]und ins freiekalben die Kirchenzum Mittag -ein blaues Segel der Himmel.Wolkensalz. undRaps."(Christian Rosenau)In diesem Buch sind 129 Dichter mit einem oder mehreren Texten vertreten; die Texte sind unterteilt in 10 thematisch orientierte Teile + einem Übersetzungsteiln mit neuen Übersetzungen anglo-amerikanischer, slawischer und anderer Dichter.Mir sind die Namen zu den Beiträgen in großen Teilen bekannt, auch wenn Jan Wagner in dem sehr guten und erfreulichen Nachwort angibt, dass er abseits aller Diktionen die Auswahl der Beiträge getroffen hätte. Was man ihm letztlich auch glaubt, weil sich bei aller Annäherung untereinander, die Anthologien (spezielle den Anthologien über Gegenwartpoesie) stets innewohnen, doch sehr viele Nuancen ergeben.Was ist Dichtung? Keine Methode der Erkenntnis; keine Methode ein bessere Mensch zu werden; keine Methode von Schönheit – dies alles wurde schon einmal in der langen Geschichte der Lyrik verneint oder in Abrede gestellt. Allein, die Dichter haben das natürlich nicht akzeptiert, wenn es auch die Professoren wahrgenommen und in die Geschichte eingetragen haben. Aber Lyrik ist nicht allein Geschichte und daran auch nicht zu messen, dann wäre die Dichtung mittlerweile in einer Nische ihrer letzten Substanzen gefangen, ein trauriges, kleines Kind, von jeder Zeit für eine andere kindliche Begierde verprügelt. Nein, Lyrik ist das, was ein Dichter, ein Mensch, geschrieben hat und was wir tun können ist: lesen.Lesen ist:"Vielleicht etwas Unverwundbares,der Finger im Marmeladenglas -ohne Wespen drumherum."(Claudia Kohlus)