Read Die Lyrik der Romandie: Eine zweisprachige Anthologie by Philippe Jaccottet Online

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In der Kollektion, herausgegeben von Peter von Matt, legt der ber hmteste Dichter der Romandie seine pers nliche Sammlung der wichtigsten Westschweizer Gedichte des 20 Jahrhunderts vor In der kongenialen neuen bersetzung zeugen sie von einem staunenswerten Reichtum Philippe Jaccottet erg nzt seine Auslese mit pr gnanten Einf hrungen zu den Verfassern und mit einem Nachwort....

Title : Die Lyrik der Romandie: Eine zweisprachige Anthologie
Author :
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ISBN : 3312004071
ISBN13 : 978-3312004072
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : Verlag Nagel Auflage 1 8 M rz 2008
Number of Pages : 271 Pages
File Size : 574 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Die Lyrik der Romandie: Eine zweisprachige Anthologie Reviews

  • Andreas Gryphius
    2019-03-25 03:53

    Philippe Jaccottet (Jahrgang 1925) ist ein profunder Kenner der Westschweizer Lyrik und selbst anerkannter Dichter (Grosser Preis der Schweizer Schillerstiftung 2010), ferner Übersetzer, Kritiker und Förderer. Gemäss dem Nachwort ist seine zweisprachige Anthologie einem "Gefühl von Kohärenz und relativer Vollendung" verpflichtet. Die Auswahl beginnt beim welschen Übervater, bei C.-F. Ramuz (1878-1947), eigentlich kein Lyriker, aber von entscheidender Bedeutung, wenn es um die "eigene Stimme" und um eine eigenständige Sprache im Fahrwasser der Grossen Nation Frankreich und des gelehrten Paris geht. Die Romandie, heute abgeschlagen von den grossen Zentren der Deutschschweiz. Kein Fünftel der Landesbevölkerung, der zwischen Fribourg und Genève, zwischen Porrentruy und Martigny lebt und eine Sprache spricht, die immer mehr in den Windschatten des Deutschen und Englischen gerät, sofern man denn hier bleiben will. - In den Gedichten lebt eine Zeit auf, die sich ganz klar verorten lässt, fern von jedem Regionalismus. Die Romandie war jeher eher bäuerlich ausgerichtet, einem gewissen Ernst und dem "Gutgemachten" verpflichtet, Natur statt Gesellschaft, Mass anstelle von Experiment. - Natürlich sind die von Jaccottet im Nachwort gemachten Vignetten relativ und ersetzten die Lektüre nicht. Und dennoch geben sie so etwas wie einen gemeinsamen Nenner vor. - Neben den kürzlich verstorbenen "Stars" wie Maurice Chappaz (1916-2009) und Jacques Chessex (1934-2009) finden sich für Leserinnen und Leser ausserhalb der Kennerschaft so spannende Dichter wie der in Nyon geborene Pastorensohn Pierre-Louis Matthey (1893-1970), der mich mit seinen meisterhaften und melancholischen Zeilen an Georg Trakl erinnert. Ferner Nicolas Bouvier (1929-1998), ein unsteter Genfer, der mit seinen Reisebeschreibungen zum Kultautor arrivierte und seine fernen Eindrücke in einem einzigen Band zu lyrischen Momentaufnahmen verdichtete. Speziell schön finde ich die Aufnahme zweier Dichterinnen (Anne Perrier, 1920 geboren und José-Flore Tappy, geboren 1954), beide eher der kürzeren Form verpflichtet, aber nichtsdestotrotz bis heute sehr produktiv. Jaccottet räumt in seinem Nachwort ein, es gäbe noch eine Menge andere Namen, die Aufnahme verdient hätten. Es bleibt nichts anderes übrig, als sich auf den Weg zu machen, Originaltexte zu suchen und zu lesen. Die Auswahl von Jaccottet wurde von Elisabeth Edl und Wolfgang Matz eigens für die Anthologie neu übersetzt und mit zwei längeren Gedichten von Jaccottet selbst vollkommen gemacht.