Read Die Unruhe der Welt (Fischer Wissenschaft) by Ralf Konersmann Online

die-unruhe-der-welt-fischer-wissenschaft

ber die Weigerung, die Dinge auf sich beruhen zu lassen.Einst galt die dauerhafte Ruhe als Bedingung von Gl ck Heute jedoch wird Unruhe belohnt, das Immer Unterwegs Sein, die permanente Ver nderung Der bekannte Kulturphilosoph Ralf Konersmann rekonstruiert, wie die westliche Kultur ihr Meinungssystem revolutionierte und von der Pr ferenz der Ruhe zur Pr ferenz der Unruhe berging Mit genealogischem Blick nimmt er die Unruhe nicht einfach als gegeben, sondern arbeitet heraus, wie sie berhaupt ihren Status hat erlangen k nnen Denn die Unruhe ist weder blo Subjekt noch blo Objekt, sie ist weder Innen noch Au en, weder Mittel noch Zweck, sondern jederzeit beides zugleich Eine analytisch klare und stilistisch brillante Reise durch die geschichtlichen Stationen einer Vorstellung, die uns heute permanent am Laufen h lt und die uns so selbstverst ndlich erscheint, dass niemand sie grunds tzlich hinterfragt....

Title : Die Unruhe der Welt (Fischer Wissenschaft)
Author :
Rating :
ISBN : 3100383001
ISBN13 : 978-3100383006
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : S FISCHER Auflage 5 21 Mai 2015
Number of Pages : 401 Pages
File Size : 662 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Die Unruhe der Welt (Fischer Wissenschaft) Reviews

  • Daniel Rod
    2018-11-12 03:28

    In christlicher Mythologie, in Kunst ,in Soziologie , Philosophie und... breite faszinierende Verknüpfung dieses fundamental -existenziellen Themas.Eine anspruchsvolle Lektüre. Erfordert einen frischen, wachen Geist. Gewisse Stellen waren mir als Nichtfachmann dennoch allzu spezifisch - machten aber dem Gesamteindruck keinen wesentlichen Abbruch.

  • Suitbert Ertel
    2018-10-19 05:40

    Ein Buch, das nicht nur mich unruhig machen kann, sondern auch andere unruhig machen sollte.Großartiger Denker. Manchmal etwas zu zähflüssig. Das verzeihe ich ihm großzügig

  • Udo Freiberg
    2018-10-31 01:31

    Konersmann ist offensichtlich ein außerordentlich fleißiger und sprachfaszinierter Mann. Wie sonst kann man aus so einem "kleinen" Thema so eine komplexkomplizierte Geschichte zaubern. Was er seinen Protagonisten so an übermächtiger (Sprach-) Gewalt ankreidet ist wohl in Wirklichkeit pure Bewunderung, die man unter Verwendung möglichst seltener und eigenkreierter Fremdwortkolonnen auch noch verwissenschaftlichen kann. Trotz dessen 4 Sterne. Ein Zauberer, dessen Sätze man auch gern mal zweimal liest. Macht aber nicht jeder gern.

  • Falk Müller
    2018-11-09 06:44

    Im Gegensatz zu Hunger und Not wie in früheren Jahrhunderten scheinen in unserer heutigen westlichen Welt Stress und Unruhe die neuen Menschheitsgeiseln zu sein. Oft suchen wir die Schuld bei uns, und nehmen dann Zuflucht zu sogenannter "Entschleunigungsratgebern". Aber ist die immerfort zunehmende Unruhe überhaupt therapierbar oder ist es eine unveränderbare historische-kulturelle Erscheinung die sich durch die Jahrhunderte zieht? Genau dieser Frage geht der Autor in seinem Buch nach.Das Buch ist keinesfalls eine chronologische Kulturgeschichte. Denn Konersmann springt kreuz und quer durch die Jahrhunderte, analysiert dabei Gemälde, Geschichten und Worte darauf, ob und in welcher Form die Unruhe darin auftaucht. So unterschiedlich also die jeweiligen Betrachtungsobjekte sind, so sucht Konersman doch jeweils das für ihn Wesentliche dabei herauszuziehen. Er fragt sich jeweils, warum Menschen Ruhe und Frieden aufgeben, um ihr Glück im tätigen Leben, in der Arbeit, der beständigen Veränderung suchen und die mögliche Welt mehr schätzen als die bestehende.Und dabei filtriert er ein Grundgefühl der Unruhe heraus, welches sich durch die Jahrhunderte zieht und alle Lebensbereiche umfasst: sei es der Zwang zu Wachstum in der Wirtschaft, der Aktivismus in der Politik oder der Optimierungswahn im Privaten. Die für mich wichtigste Erkenntnis aus dem Buch ist zu zeigen, dass Unruhe eine historische, kulturelle Erscheinung ist, während sie heutzutage meist ins erschöpfte Selbst verlegt wird, als therapierbar, also als überwindbar betrachtet wird. Ein durchaus hilfreiches Buch also.

  • Martin Kasperzyk
    2018-10-24 00:20

    Unruhig ist die westliche Welt. Wie kam es zu dieser selbstverständlichen Dominanz dieses Prinzips? Was blieb dabei auf der Strecke? Wie kam es dazu, die Lebenshaltung der Muße, in der man Dinge auf sich beruhen lies, abzulegen? Das sind die Fragen, die Konersmann in seinem sehr lesenswerten und lesbaren Buch verfolgt. Er tut dies, indem er die Kultur- und Philosophiegeschichte der Unruhe verfolgt und besonders die Wandlung der Wahrnehmung und Einstellung zur Unruhe im Mythos nachzeichnet.Die Unruhe ist nichts pathologisches, sie ist keine moderne Verfehlung, sie bricht nicht schicksalhaft über die westliche Welt herein, sondern sie hat eine Geschichte. Zwei gegensätzliche Positionen sind hier wichtig. Die eine ist die stoische Philosophie und besagt, dass das Glück des Menschen nach Ruhe verlangt. In der Selbstsorge, muss das gute und gelingende Leben sowie die Seelenruhe der unsicheren und gefahrvollen Welt erst mühevoll abgerungen werden. Die andere Stellung zur Unruhe stammt aus der biblischen Genesis, nämlich dem Brudermord Kains und beschreibt den Menschen als Wesen, das zum Zeichen seiner Sündhaftigkeit mit der Unruhe geschlagen ist. "Rastlos und ruhelos wirst du auf Erden sein", so die genesis. Der Mensch ist geschlagen mit dem Schicksal der Unruhe.Nicht nur der Stoiker ringt sich die Seelenruhe der Unruhe des Lebens ab. Bereits Diogenes hatte eine Haltung zur Unruhe, indem er sich ihr entzog. Und auch die antike Philosophie etwa bei Sokrates drängt bereits trotz aller Bevorzugung einer vita contemplativa über das Kontemplative und Ruhige hinaus. Erkenne dich selbst ist keine stillstehende Selbstbetrachtung.Erst in der Neuzeit wird aber aus der Negativbewertung der Unruhe ein Versprechen, Chance und Fortschritt. Die Unruhe wird nun weltgestaltend, während das Paradies sich dem Verdacht aussetzt ein defizitärer Zustand zu sein, in dem Langweile herrscht und keine menschliche Entwicklung möglich ist. Während bei Francis Bacon die positiv bewertete Unruhe noch im Dienste eines Zieles, der Erlangung eines allumfassenden Wahrheitsbesitzes, steht, verstehen Spätere diesen Prozess als end- und ziellos.Gleich am Anfang der Neuzeit steht Pascal ziemlich alleine da mit seiner Kritik an der Lebensweise der Unruhe. Konersmann zeigt v.a. an Schiller, Kant, Hegel und Marx wie diese nun die Unruhe in ihrem Denken als notwendigen Impuls jeden menschlichen Fortschritts in je eigener Weise unterschiedlich verarbeiten. Karl Marx etwa versteht die Unruhe als einen Prozess, in dem Beständiges stets zerstört werden muss. Die innere Logik der Geschichte als Ausdruck menschlicher Unruhe will Entwicklung, nicht Glück. Entwicklung und sonst weiter gar nichts. Diese Analyse provoziert natürlich die Frage nach dem Sinn.Am Ende des Buches bleibt aber die Frage an jeden Einzelnen: wie gehe ich mit der lebensprägenden Unruhe um? Das Buch zeigt, wie unterschiedlich die Haltungen hierzu sein können. Überraschend ist es, dass die stoische Haltung oder die Angebote der antiken Philosophie und Weisheitslehren auch heute in dieser unruhigen Welt nichts von ihrer Überzeugungskraft verloren haben. Ja, in Zukunft vielleicht wichtiger denn je werden."Das Schwierigste beim Gehen ist das Stillestehen" (Balthasar Gracian): dies Stillestehen ist noch wichtiger für Menschen, die immer schneller laufen wollen. Nur im klugen Zusammenspiel von Ruhe und Unruhe, im zufriedenen eilen (Hölderlin) gelingt das Leben.Auch wenn Konersmann dies nicht sieht, halte ich die Mystik eines Meister Eckhart für ein entscheidendes Wahrheitsangebot: der Gedanke ist der, dass das Gleichgewicht zwischen Ruhe und Unruhe nur in einer anderen Einstellung zum eigenen Ich, zur eigenen, wollenden und immer weiter, über sich selbst hinaus strebenden Individualität möglich ist. Nur wer mit sich gelassen umgehen kann, kann auch wieder die Dinge lassen, wie sie sind. Die Gelassenheit im unruhigen Leben denken, bedarf es einer anderen Philosophie als einer Kulturphilosophie.